Die beiden Sirenen im Regen: Esther & Fatou

Die Schnitzeljagd hat auch bei Erwachsenen nichts an Faszination eingebüßt. Den Sägemehlspuren folgen und sich auf Abwege locken lassen. Suchen und finden: Das geht auch mitten in der Großstadt! Denn die umtriebigen Enthusiasten von Indies Keeping Secrets Brussels haben einen gesamten Sonntag für Abenteuer in der Musik an ungewöhnlichen Orten organisiert. Ein veritables kleines Festival auf die Beine gestellt, mit nicht weniger als vier Konzerten vom frühen Morgen bis zum fortgeschrittenen Abend. Und so kommt es, dass man um kurz nach neun auf dem Nieuwe Graanmarkt mitten in der Altstadt steht und darauf wartet, dass sich das erste Geheimnis erschließt. Es geht in ein verwinkeltes Mode-Atelier um die Ecke, mit einer knirschenden Holztreppe und verwunschen wirkenden, ausgebauten Dachboden mit riesigen Oberlichtern. Wo nicht nur frischer Kaffee und knusprige Croissants auf uns warten, sondern auch der US-Singer-Songwriter Brett Newski. Der mit seinen fein ironischen und gar nicht braven Songs den Tag erfreulich einläutet. Den Namen der nächsten Location gibt die charmante Silke immer am Ende des aktuellen Gigs bekannt. Und so kommt es, dass man an diesem Tag per Metro, Tram und Bus quer durch Brüssel unterwegs ist. Ein wunderbares Sommercafé im Elisabeth-Park kennenlernt: Die sympathische Bar Eliza. Sich danach unversehens mitten in einer stillgelegten Schwimmhalle an der Freien Universität Brüssel wiederfindet. Und zum krönenden Abschluss am Place Aneesens viele Stufen auf einen privaten Dachgarten hochklettert und einen melodramatischen Abendhimmel gratis zum Konzert präsentiert bekommt. Oh, und nicht zu vergessen die Künstler: Die belgischen Traumtänzer St. Grandson, den bärbeißigen neuseeländischen Barden Will Wood und die schönste Entdeckung von allen, die Musikerinnen Esther & Fatou. esther fatouDie beiden 23-jährigen  aus Leuven trotzen an diesem verhangenen Sonntag dem Regen im Park und überzeugen mit sanftpfötigem, sehr zärtlichen Folkpop. In diesem Genre besteht hohe Gefahr, trutschig und betulich zu wirken. Das sind die beiden Grazien aus der alten Universitätsstadt erfreulicherweise nicht: Sehr sinnlich, sehr warmherzig, mit angenehm naiven Charme präsentieren sie ihre leise melancholischen, kleinen Songs. Schwelgen in himmlichen Harmoniegesängen, so dass ihre schwedischen Schwestern von First Aid Kit glatt neidisch werden könnten. Ein Dackel und ein Windhund sind beide höchst daran interessiert, die beiden Sängerinnen an diesem Tag im Park zu erschnuppern. Diese Hunde beweisen Geschmack! Über vi.be kann man in das noch schmale Oeuvre von Esther & Fatou hineinhören. Und das schwarz-weiß-Video zum Track „Get Better“ ist ganz zauberhaft!

 

Die neue Scheherazade: Tsar B

Es wird Zeit, über Tsar B zu sprechen. In der belgischen Dance- und Indie-Szene hat die Musikerin in diesem Jahr bereits reichlich Aufmerksamkeit auf sich ziehen können. Nicht zuletzt durch ihr Duett mit Über-Durchstarter  Max Colombie alias Oscar And The Wolf. Die beiden covern überzeugend den Amy-Winehouse-Klassiker „Back In Black“, der im Soundtrack für den preisgekrönten Streifen „Black“ der belgischen Filmemacher Adil El Arbi und Bilall Fallah eine wichtige Rolle spielt. Der britische Guardian hat unlängst Lobeshymnen über den Film verfasst, der den beiden jungen Regisseuren den Weg in die US-Filmbranche geebnet hat. Von Molenbeek nach Hollywood sozusagen! Das laszive Film-Noir-Duett könnte sich seinerseits als Türöffner für Tsar B erweisen. Und Amy Winehouse hätte sicherlich nichts gegen diese Interpretation einzuwenden!

Tsar B ist der Bühnenname von Justine Bourgeus, die bislang vor allem als Violinistin und Synthiezauberin der belgischen Barackpopsters School Is Cool auf sich aufmerksam gemacht hat. Bei Tsar B gibt es vor allem die warme, verführerische Stimme von Mademoiselle Bourgeus zu entdecken! Und die Inspiration, die von Aladdins Wunderlampe ausgeht! Tsar BDenn Tsar B nennt als einen ihrer wichtigsten Einflüsse das Musical „Aladdin“, das bei ihr in jungen Jahren bleibenden Eindruck hinterlassen hat. Also nimmt uns die Nachwuchskraft mit auf dem fliegenden Teppich und verbindet orientalische Rhythmen gekonnt mit sinnlichen R´n´B-Elementen. Garniert sie mit donnernden Beats, treibenden Bässen und atmosphärischen Synthies. Und irgendwie wabert die gute alte westliche Orient-Sehnsucht durch diese Tracks! Tsar B sieht diese durchaus magischen Töne unbedingt in der Farbe Dunkelblau. Und natürlich spielt sie mitunter auch noch die Geige dazu! Bei ihren Bühnenshows blendet diese junge Frau gerne Hintergrundbilder mit Werken von Marc Chagall ein, die sich bestens in das geheimnisvolle Ambiente einfügen. Ende des Monats kommt ihr selbst betitelte Debüt-EP heraus, auf der sich sicherlich der feine Track „Myth“ finden wird.

Foto Alexander Popelier

Feiern wir den Nachsommer mit Cabane!

In „Frühstück bei Tiffany“ gibt es diese wunderbare Szene, wo Holly Goligthly auf der Feuertreppe sitzt und zu sanften Gitarrenklängen das unvergessliche „Moon River“ singt. Im gleichnamigen Roman von Truman Capote kommt diese Szene natürlich viel anrührender daher. Weil es ein namenloser kleiner Countrysong ist, den Holly selbstvergessen trällert. Das Schöne an diesen reduzierten Bluegrass-Tönen ist, dass immer eine leise Traurigkeit mitschwingt. cabEiner, dem diese rauchblauen Gefühle bestens vertraut sind, ist Thomas Jean Henri, der neuerdings unter dem Künstlernamen Cabane antritt. Der Mann aus dem Brüsseler Stadtteil Schaerbeek hat zuvor als Projekt Soy Un Caballo auf sich aufmerksam gemacht und steuert sein Bötchen souverän durch die latent überfischten Americana-Gewässer. Monsieur Cabane ist ein Musiker, der mit guten Freunden gesegnet ist: Denn auf seiner Debütsingle „Wooden Home“, einer wunderbar grenzwert-melancholischen Preziose zwischen Folk, Pop und kleinem Chanson, hat er Bonnie Prince Billy alias Will Oldham und Kate Staples von This Is The Kit als Mitstreiter gewinnen können. Und die innigen Streicher-Arrangements stammen von keinem Geringeren als  Sean O’Hagan von den High Llamas. Der zärtliche, ruhige und trotzdem üppig arrangierte kleine Track hält die Fahne der Hoffnung hoch und passt genau in diese ersten Augusttage. In denen die Macht des Juli schon ein wenig gebrochen ist, es früher dunkel wird und wir uns auf die intensiv strahlenden Tage des Nachsommers freuen können. Ein wenig erinnern diese Töne an Mike Scott von den Waterboys. Nicht die schlechteste Empfehlung!

 

Ins Abendrot mit Zimmerman

Die belgischen Indierocksters Balthazar leben sich aus!  Nachdem sie das Projekt Balthazar nach erfolgreichen Jahren zeitweise in den Winterschlaf versetzt haben, ist viel Raum für kreative Eogotrips der einzelnen Bandmitglieder entstanden. Nach Sänger Maarten Devoldere alias Warhaus legt auch Bassist Simon Casier unter dem nom de plume Zimmerman Solo-Material vor. „The Afterglow“ zimmerman(das Abendrot) heißt das erste Album von Meister Zimmerman, das Ende November erscheinen wird. Casier stellt den Bass in die Ecke und erprobt sich als Sänger und Gitarrist. Gibt den feinfühligen  einsamen Wolf. Hält das unsentimentale Träumen hoch. Ist erwachsen, aber nicht desillusioniert. Vorsicht:  Liebe kann emotionale Schäden verursachen! Auf diese Idee könnte man glatt kommen, wenn man dem coolen und keinesfalls  fatalistischen Track „Hard To Pretend“ lauscht. Wo sich Casier alle Zeit der Welt nimmt, um sich  mit Synthieklängen gegen allen Herzschmerz dieser Welt zur Wehr zu setzen. Das sind grenzwertmelancholische Töne, zu denen die Seele auf luftigste Weise zu schmerzen beginnt. Und genau der richtige Soundtrack für schwüle Sommerabende, wenn die Stadt ferienleer ist und die Gedanken wunderbar von hier nach dort schweifen. Hach!

Nachtschwärmen mit Ulysse

Im nächtlichen Großstadt-Dschungel kann man schon mal verloren gehen! Gerade in heißen Hochsommer-Nächten, wenn die Hitze des Tages nachglüht und wir uns schwerelos durch die ferienleere Straßen treiben lassen. Den perfekten Soundtrack dazu liefen die Drei von Ulysse mit ihren percussionlastigen Beats. Die Drei aus Brüssel bewegen sich geschmeidig wie Siamkatzen durch den eleganten, schwärmerischen Elektropop und tragen eine kleine Prise Melancholie als Parfüm-Note auf dem Handgelenk. In Belgien haben Ulysse bereits zwei EPs vorgelegt. Die neueste namens „Cashmere Guns“ ist erst kürzlich herausgekommen und überzeugt mit einer Attitüde schlendernder Verlangsamung . Via Soundcloud kann man zur Gänze hineinhören! ulisseDiese Töne klingen angenehm dekadent, wunderbar künstlich und trotzdem warm und sinnlich. Synthies säuseln, Beats betören und der angedeutete Herzschmerz dieser Sachverständigen in Sachen guten Geschmacks ist eine Erfahrung, die man in Maßen sogar genießen kann. Besonders empfehlen kann ich den Titeltrack mit seinen tropischen und orientalischen Ingredienzen und vor allem dieser flirrenden Flöte! Bestens geeignet, wenn man in der fortschreitenden Dämmerung mit einem Cocktail auf der Bar-Terrasse sitzt und die Gedanken angenehm angetütert schweifen lässt!

(Foto: Guillaume Kayacan)

Liebe tötet: Candle.Bags

Die dunkle Dame, das ist sie unbedingt. Inge Henrotay, Sängerin der Avantgardisten Candle.Bags, hat eine glamourös gepeinigte Stimme und irrlichtert gekonnt zwischen experimenteller Weltschmerz-Lady und laszivem Nachtschattengewächs. Leicht zu goutierende Töne sind es nicht, die Inge und ihr Cousin Dirk Henrotay hier präsentieren. (Übrigens Cousins in der Musikgeschichte: Wo gibt es das noch?) Wenn der Titel der Debüt-EP „Love Kills“ heißt, dann ist kaum zu erwarten, dass es hier um harmlose, sanfte Liebelei geht. Das Duo aus dem südbelgischen Hasselt verbirgt sich gerne hinter dichten Bäumen und will sich auf dem Erstling partout nicht stilistisch festlegen. Garage, Grunge, Postpunk, Soul, Wave und Düsterpop sind hier Geschwister. Und dass Inge Henrotay nicht nur singt, sondern auch als Flötistin überzeugt, ist nur eine der Überraschungen, die hier geboten werden. Heftige Ausbrüche und fast schon kontemplatives Innehalten sind auf diesem Debüt keineswegs Widersprüche! Grenzwert-hysterisch auf Tracks wie „Albert“, rockige Femme-Fatale auf „Old Stone“ oder Shirley Mansons verloren gegangene belgische Schwester in „Secret Garden“: Inge Henrotay verkörpert das alles und noch viel mehr! Über die empfehlenswerte Website vi.be kann man ausführlich in diese mitunter verstörenden Sounds hineinhören. Ach, und die unbestreitbare Seelenverwandtschaft mit Nick Cave habe ich bislang noch unterschlagen! Im gekonnt verschleppten, nur beim ersten Hören sanften Track „B-ordeaux“ kann man übrigens auf subtile Weise das Gruseln lernen!

Nachtblaue Töne mit Mannequins On 7th Street

Um die Mitternachtsstunde kommen die bittersüßen Gedanken. Das kleine Lächeln über all die wunderbaren Dinge, die mit uns passiert sind. Die Sehnsucht nach dem unwiederbringlich Vergangenen. Die leise Trauer über die entscheidenden Sätze, die wir nicht gesagt haben. Von dieser Stimmung ist der feine Track „Midnight“ geprägt, den die Brüsseler Elektropopsters Mannequins On 7th Street neu veröffentlicht haben. Tim de Fontaine und Alexandre Lambrecht kommen ursprünglich aus Brüssel und sind jetzt, so weit ich das überblicke,nach London umgezogen. Monsieur Lambrecht ist unter dem Namen Halehan zudem solo als Singer-Songwriter unterwegs und klingt dabei wie der junge Teitur, was nicht die schlechteste Empfehlung ist. Der neue Track „Thunder Baby“ ist ein schönes Stück Befindlichkeits-Liedgut. Aber ich schweife ab! Denn alles fing damit an, dass Alexandre mir eine sehr nette, höfliche Mail schrieb und  mich auf Mannequins on 7th Street aufmerksam machte. Ohne marktschreierisches Promo-Gedöns. Das war schon mal ein guter Anfang! Aber auch die Musik des Duos überzeugt: Fein zurückgenommener, angenehm sehnsüchtiger und wunderbar grenzwertmelancholischer Elektropop. Ein Hauch The XX schwebt über diesen elegant nachtblauen Tönen. Wer nach Mitternacht noch Lust auf mehr hat, kann in die vor rund einem Jahr veröffentlichte EP „Superblue“ hereinhören und sich ganz dem sanften Seelenschmerz hingeben.

Die traurigen Tropen mit Dijf Sanders

Die Sehnsucht nach den Tropen. Kann man auch im viktorianischen Gewächshaus im Botanischen Garten pflegen! Wie eine Kurzrecherche ergibt, hat auch die flämische Metropole Gent eine wunderbaren Botanischen Garten an der Universität, gleich am Zitadellen-Park. Durchaus möglich, dass sich Dijf Sanders bei seinen Besuchen dort für sein neues Album „Moonlit Planetarium“ inspirieren ließ. Der eigenwillige Elektronik-Tüftler begibt sich hier auf den Pfad der bewussten Entschleunigung. Pflegt schrullige Sound-Ideen, die zwischen Exotica, Jazz, experimentellem Pop, Electronica und Filmmusik changieren. deifÜberraschungen lauern in diesem Gewächshaus hinter jeder grünen Ecke! Es blubbert, es knarzt und es zirbt. Da sind Tiere im Dschungel unterwegs! Das klingt geheimnisvoll, ist mitunter leicht mystisch angehaucht und bricht an den unerwarteten Stellen in eine stille Euphorie aus. Man lausche nur dem Titelstück! Zugegeben: Das klingt mitunter sperrig, aber zieht dann doch unerwartet in den Bann, wenn die Schlangenbeschwörer-Flöte auf Posaune und knorzigen Sprechgesang trifft. Und damit der erstaunlichen Entdeckungen noch nicht genug: Im tiefenentspannten, erzcoolen „Wakeboard“ wandelt Sanders plötzlich auf den Spuren der unvergessenen australischen Eurodisco-Weirdos Flash And The Pan. Nur um im geheimnisvollen „Donderdag“ seinen finnischen Brüdern im Geiste, den waldschratigen Paavoharju, die Hand zu reichen. „Moonlit Planetarium“, dem man zur Gänze auf Bandcamp lauschen kann, das ist ein Album so recht für einen verregneten, kalten Junisonntag wie diesen, an dem man die Gedanken beim Blick auf Wolkenungetüme vor dem Fenster wunderbar schweifen lassen kann.

Bloß nicht so schnell vernünftig werden! Billie Rodney

So jung und schon so vertraut mit der düsteren Seite der Dinge? Billie Rodney ist eines dieser dünnen, intensiven Mädchen, die von innen heraus zu brennen scheinen. Längerfristig nicht unbedingt gesundheitsförderlich, das! Aber wer will denn zu schnell vernünftig werden? Billie Rodney will sich nicht  anpassen. Will nicht mit den anderen braven Fischen im Schwarm ihre Runden ziehen. Will lebendig bleiben, auch wenn es wehtut. „I don´t like what I became. When I look at myself I feel so ashamed“, wütet sie im feinen“Crowded Sea“.

Billie Rodney heißt eigentlich gar nicht so. Es ist der Nom de Guerre von Bie Van Landeghem aus der Hafenstadt Antwerpen. Die Chanteuse hat bereits als Finalistin des Nachwuchs-Wettbewerbs Humo´s Rock Rally auf sich aufmerksam gemacht. Wo sie als „beste Stimme“ unter den Kandidaten galt. Wer sich die bislang vorliegendenden Demo-Songs anhört, der weiß warum: Verletzlich, sensibel, kraftvoll, wütend, zärtlich und hoffnungslos kann diese Stimme klingen. Und das im Minutentakt! Das exzellent instrumentierte „Edie“ mit seinen gefühlvollen Streichern bittet Miss Rodney eine exzellente Plattform, um abzuheben. Mitunter haben diese Schmerzerfahrungen fast schon eine jazzige Qualität! Aber die Rodney kann auch anders, ganz zart. Die Piano-Ballade „Katie“ über eine krachend gescheiterte Mädchenfreundschaft fängt so zurückgenommen an, nur um sich zur wuterfüllten Anklage hochzuschrauben. Uff, diese junge Frau macht einem emotional völlig fertig!

 

Der Dandy-Düstermann: Warhaus

Man könnte ja fast meinen, dass sich so mancher Musiker unterbeschäftigt fühlt. Angesichts dieser Fülle von Nebenprojekten! warhausZu den Künstlern, die solo eine neue Facette ihres kreativen Schaffens zeigen, gehört neuerdings auch  Maarten Devoldere, Sänger der Indierockhelden Balthazar aus Gent. Als Warhaus entpuppt sich der Meister als Düster-Dandy von hohen Gnaden. Einen ersten Vorgeschmack auf das im Herbst erscheinende Debütalbum „We Fucked A Flame Into Being“ bietet die die feine Single „The Good Lie“: In stylishem Schwarz-Weiß gefilmt (Regisseur: Wouter Bouvijn), verbeugt sich das dazugehörende Video respektvoll vor den klassischen Hollywood-Krimis der Schwarzen Serie. Der geheimnisvolle Fremde, die undurchsichtige blonde Schönheit und abgehalfterte Kommissare, die ein rätselhaftes Verbrechen aufklären sollen: Devoldere spielt hier gekonnt mit Genre-Versatzstücken und entpuppt sich nebenbei als talentierter Hobby-Zauberer. Musikalisch positioniert er sich in der Tradition eines angepoppten Leonard Cohen, eines barballdigen Tom Waits und eines Poète Maudit in der bester Serge-Gainsbourgh-Manier. Diese Verführung im Zwielicht einer abgeranzten Bar entwickelt ihr ganz eigene Form unterkühlt-abgündiger Erotik! Dass hier zwei Nachtschwärmer gehörig mit dem Feuer spielen: So entsteht eine dekadente Dynamik! Duettpartnerin  im Video ist Devolderes Lebensgefährtin Sylvie Kreusch, Sängerin der Elektropopsters Soldier´s HeartDer Albumtitel ist übrigens vom klassischen D.H.Lawrence-Roman „Lady Chatterley´s Lover“ inspiriert. Sexualität als letztes unentdecktes Abenteuer: Das waren noch Zeiten!

Foto: Titus Simoens