Wir heben ab: Glass House auf dem Reeperbahn Festival 2018

Elegante Grenzgänger: Glass Museum

Ein konzentriert lauschendes und fokussiertes Publikum: Gar nicht so häufig anzutreffen auf dem Reeperbahn Festival 2018! Und noch ein Luxus: Ausreichend Platz, Luft zum Atmen und freie Sicht auf die Bühne! Der Resonanzraum im Hochbunker an der Feldstraße ist an diesem Festivaltag eine kleine Oase, denn anderswo herrschen Einlassstopp und unerträgliches Gedränge. Glass Museum, diese jungen Grenzgänger zwischen Jazz, Nu Classic und Filmmusik spielen an diesem Donnerstabend etwas abseits des Festivalschwerpunktes um den Spielbudenplatz. Es gilt, die Live-Qualitäten des von mir bereits im Januar hochgelobten Duos zu erleben. Und den Sympathiefaktor natürlich! Und während man bei so mancher hoffnungsvollen Nachwuchsband live bitter enttäuscht wird, ist der Auftritt von Glass House im Resonanzraum ein Grund mehr, sich noch intensiver mit den beiden Youngsters aus dem westbelgischen Städtchen Tournai zu beschäftigen. Denn Antoine Flipo am Piano und Martin Grégoire am Schlagzeug sind ein Duo, dessen enge musikalische Verbundenheit auch ohne große Gesten zu spüren ist. Gemeinsam heben die beiden hingebungsvoll ab in lichte Höhen. Ihre EP „Deux“ bietet einen anspruchsvollen Stilmix, der von Verspieltheit ebenso geprägt ist wie von großem Ernst.

Ernst, altmodischer Ernst? Genau, und dieser ist in der  Spaßhölle Reeperbahn eine Eigenschaft, an der man sich unbedingt erfreut. Glass Museum machen nicht viele Worte. Die Ansagen sind spärlich und ein wenig ungelenk aber ehrlich kommen sympathisch bescheiden daher. Temperament, Leichtüßigkeit und Leidenschaft: Die finden sich in diesen live gar nichts so reduzierten Sounds. Der neue Song „Wu“ flirtet ein bisschen mit Erik Satie, dessen leichte Melancholie die beiden als Ausgangspunkt für ausgiebige Expeditionen in Richtung Jazz und Rock zu nehmen. Huch, das klingt ja erfreulich wuchtig! Und trotzdem sensibel. Jedenfalls: Nach diesem beseelten Auftritt von Glass Museum würde man am liebsten den ganzen Abend im Resonanzraum verbringen, das eine oder andere Gläschen Weißwein trinken und sich weiter angenehm überraschen lassen. Aber im zweiten heimeligen Ort an diesem Abend, nämlich der St. Pauli Kirche, spielen die australischen Neo-Folker Hollow Coves, und die sind auch fein!

(Foto: Gilles Dewalque)

 

Belgien boomt beim Reeperbahn Festival!

Das ist ein Novum: Erstmals gab es zwei Gewinner beim Anchor Award auf dem Reeperbahn Festival 2018.  Mit dem Preis werden seit einigen Jahren die besten Newcomer ausgezeichnet. Zwei Gewinner, aber die stammen aus einem Land, nämlich Belgien: Die Entscheidung zwischen Tamino (Foto: Ramy Moharam Fouad)und Faces On TV wäre auch wirklich schwergefallen! Keine Frage: Belgien boomt! Und trotz hochkarätiger Konkurrenz hatten die beiden Herren am Ende die Nase vorn bei einer internationalen Jury vorne, die von Linda Perry angeführt wurde. Beide Musiker sind auf Plan My Escape bereits lobend erwähnt worden (ich müsste ja an meinem guten Geschmack zweifeln, wenn ich diese beiden großen Talente in der Vergangenheit ignoriert hätte!) Unvergessen etwa das Tamino-Konzert vor knapp einem Jahr auf dem Explore The North-Festival im niederländischen Leeuwarden, wo der junge Mann das Publikum zu stehenden Ovationen hinriss! Oder das ebenso intime wie intensive Konzert von Faces On TV in einem eleganten Brüsseler Abrisshaus vor knapp drei Jahren! Keine Frage, beide Musiker haben in der Zwischenzeit an Bühnenerfahrung mächig dazugewonnen. Beim Konzert am Samstag zu sehr später Stunde in der Sankt Pauli Kirche schien Tamino immer noch überwältigt und kämpfte gegen einem leichten Reizhusten, aber auf seinen Gesang wirken sich diese Probleme nicht aus. Irgendwo in seiner ganz eigenen Nische zwischen Jacques Brel, Tom Waits, Leonard Cohen, Nick Cave und orientalischen Klängen bewegte sich die Nachwuchskraft hier. Das Debütalbum „Amir“ kommt in knapp einem Monat heraus. Das reduzierte, samtige „Persophone“ ist die perfekte Einstimmung:

Leidenschaftlich und souverän dagegen Jasper Maekelberg (Foto: Alexander Popelier), der Kopf von Faces On TV. Der Mann mag smarten, schwülen und urbanen Pop, der mit dem Attribut „psychedelisch“ nur sehr ungenau beschrieben ist. Dasss er ein Freund der eleganten Düsternis und dem gehobenen Müßiggang keineswegs abgeneigt ist, zeigt schon der Titel seines Debütalbums „Night Funeral“. Tanzbare Töne kann der Mann, aber nachdenkliche natürlich auch. Dass er auch bei Warhaus, dem Projekt seines Freundes Maarten Devoldere von Balthazar mitmischt, überrascht nicht wirklich. Belgien ist ein kleines Land, die Musiker kennen sich natürlich alle untereinander. Faces On TV braucht übrigens keine Referenzen, Herr Maekelberg schafft das auch selbstbewusst alleine! Auf die Reeperbahn hatte er eine bestens aufgelegte Begleitband mitgebracht, die das Publikum im Nochtspeicher ziemlich ins Schwitzen brachte. Merke: Auch Männer können lasziv! Sexy sowieso! Und angenehm dekadent geht sowieso immer!

 

Wir warten auf den Herbst mit Illuminine

Kevin Imbrechts schwelgt in kargen Soundlandschaften

Island ist und bleibt ein Sehnsuchtsland. Obwohl die schroffe Atlantikinsel derzeit bei Touristen so populär ist, dass die Preise nicht nur in der Hauptstadt Reykajvík durch die Decke gehen und den Isländern der eigene Erfolg als Reiseziel unheimlich zu werden beginnt. Gleichwohl: Für Illuminine alias Kevin Imbrechts ist und bleibt Island ein geheimnisvoller, magischer Ort. Sein zweites Album #2 hat er bereits im legendären Sundlaugin-Studio von Sigur Rós mit deren Toningenieur Birgir Jón Birgisson aufgenommen. Der junge Musiker aus der Universitätsstadt Löwen lässt sich auf seinem dritten Album #3 erneut von Island inspirieren und bewegt sich ernst und trotzdem federleicht auf den weiten Weiden zwischen Post-Klassik, Ambient, Instrumentalmusik und Movie-Soundtrack. Und achtet darauf, dass hier bloß kein Ton zu viel erklingt!

Vor der Veröffentlichung des Drittlings im November will uns der blasse Träumer schon ein wenig neugierig auf die Veröffentlichung machen – und uns vielleicht ein wenig auf den Herbst einstimmen. Für den ruhig schwebenden Track „Dying Flame“ hat er sich die Sängerin Hannah Corinne als Gast eingeladen. Wobei es schon wieder einen Island-Bezug gibt: Die junge Frau aus Maryland lebt seit geraumer Zeit auf der Atlantikinsel, wo sie ähnlich wie Illuminine ein spirituelles Zuhause gefunden hat. Die Stimme von Hannah Corinne ist von vogelhafter Zartheit und erinnert in der Tat an Mazzy-Star-Sängerin Hope Sandoval, einer der Lieblingssängerinnen von Kevin Imbrechts. Ganz langsam kommen die Dinge hier zum Stilllstand und verfärbt sich der Himmel zu einem tiefen Dunkelblau. Dazu könnten die ersten Blätter in Zeitlupe zu Boden sinken und wir uns ins Übergangsmäntelchen kuscheln. Endlich Herbst!

(Fotos: Lara Gasparotto und  Myra Fotografie)

Elegante Düsternis mit Lagüna

Knutschen als gebe es kein Morgen im Video von Lagüna.

Wenn es um die Verleihung des diesjährigen Joy-Division-Gedenkpreises geht, dann dürften Lagüna ganz vorne mitmischen. Das ist unbedingt als Kompliment gemeint! Denn die fünf Nachwuchs-Postwave-MusikerInnen (jawohl, am Bass ist mit Naomi Bentein eine Frau dabei!) aus der Hafenstadt Antwerpen schwelgen mit unbestrittener Intensität und hoher Dringlichkeit in dunkelglitzernden Soundwelten. In Belgien, dem Land der vielen Nachwuchswettbewerbe, hat Lagüna bei verschiedenen Contests ganz vorne mitgemischt und spielt in diesem Sommer auf zahlreichen Festivals. Dafür, dass Lagüna erst seit knapp einem Jahr zusammenspielen, klingen diese Sounds sehr aus ein em Guss!

Dass die Debüt-Single „Amber Hands“ in Schwarz-Weiß-Ästhetik daherkommt, überrascht nicht wirklich. Dass hier hier dreieinhalb Minuten lang nur geknutscht wird, das schon eher! Wir zelebrieren die hungrige Art der Liebe! Ein mitleidlos stoischer Bass prägt diesen Track, die atemlosen Gitarren stechen die die Wespen und darüber liegt die Stimme von Sänger Niels Elsermans und ist voller anspruchsvoller Post-Teenage-Angst. Und doch schimmert hier immer wieder durch: Die Hoffnung haben wir noch lange nicht aufgegeben! Im Herbst erscheint die Debüt-EP des Quintetts. Wenn das genauso zwingend klingt wie die Single, dann her damit!

(Foto: Dorien Buys)

UMM lieben das Frühlingserwachen im Garten

UMM leben von den zerbrechlichen Vocals von Sängerin Lise Daelemans.

Ein Garten, ein ganz normaler, der aus der winterlichen Starre erwacht. Ist das ein aufregendes Sujet für einen Popsong? Unbedingt, wenn es nach UMM geht, der jungen Elektropopband aus Gent. Die aus Frühlingsgefühlen im feinen Track „One“ eine vertrackte und verträumte Angelegenheit macht. Fast wähnen wir uns in Island, dem Mutterland des Feenpop, wenn wir der zarten, eigenwilligen Stimme von Sängerin Lise Daelemans lauschen. Die es schafft, aus diesen durchaus experimentellen Tönen eine ebenso federleichte wie nachdenkliche Angelegenheit zu machen. Wer weiß, welche Geheimnisse dieser zart sprossende Garten bietet? UMM machen jedenfalls neugierig darauf, in grünen Frühlingswelten auf poetische Weise verloren zu gehen. Diese Synthies klingen ganz schön vorwitzig! Die gesampelten Harfen- und Klarinettenklänge fügen eine filigrane Dosis Geheimnis hinzu. Mit UMM hört sich Frühling so frisch an wie eine Maiglöckchenwiese mitten im Wald!

UMM, die fünfköpfige Band mit angenehm hohen Frauenanteil (drei Musikerinnen, zwei Musiker) werkeln aktuell an ihrer ersten EP, die im weiteren Jahresverlauf herauskommen soll und in Zusammenarbeit mit dem Produzenten Jeff Claeys entsteht. „One“ ist der erste Vorbote und lässt mitten im Mai die feinen Nebelschwaden wallen.

Photography & editing: Jade Madoe, Visuals: Emily Lefèbvre & KRU

 

Interessante Zeiten mit One Horse Land

One Horse Land können kein Wässerchen trüben. Meint man fast. Federleicht, ein bisschen naiv und angenehm zurückhaltend kommen die Songs der Band aus Brüssel daher. Dass Schüchternheit in überlauten Zeiten ein wertvolles Gut ist, haben die beiden Masterminds Jérémie Fraboni und Audrey Coeckelberghs letztens bei dem wunderfeinen Konzert im heimeligen Darmstädter Hoffart-Theater überzeugend bewiesen. Und all die skurrilen Instrumente, die hier zum Einsatz kommen: Denn eine Bassklarinette sieht man auch nicht alle Tage. Von der sympathischen Mann-Frau-Dynamik ganz zu schweigen! „Interesting Times“ lautet der Titel ihres jetzt erschienenen zweiten Albums, das verspielt, verschmitzt und lebensklug daherkommt. Die Darmstädter waren sowieso begeistert, weil die Belgier einen Tag vorher in Darmstadts französischer Partnerstadt Troyes aufgetreten sind. Ob sie den guten Schaumwein mitgebracht haben,  blieb aber offfen.

Einen Sinn für Situationskomik und die absurden Seiten des Alltags haben One Horse sowieso, wie sie im beschwingten „Traffic Jam“ beweisen. Da nehmen die belgischen Hauptstädter richtig Fahrt auf! Und wer jetzt neugierig geworden ist,  dem wird dringend ans Herz gelegt, sich ausführlicher mit dem dann doch nicht so braven Oeuvre von One Horse Land zu beschäftigen. Wer hat denn schon die Chuzpe, einen Song mit dem schönen Titel „Bored With Music“ zu schreiben?

 

 

 

 

Tristan, das geht nur mit Isolde

Sich neu erfinden. Als Musikerin geht das ganz einfach! Isolde Van den Bulcke hat beschlossen, dass sie nicht mehr Siam sein will. Die ehemalige künstlerische Identität abstreifen wie eine Schlangenhaut und sich einen neuen Namen geben: Tristan. Vielleicht die perfekte Ergänzung zur eigenen Isolde finden? Die Sängerin aus der Studentenstadt Gent hat in ihrer Heimat in den vergangenen zwei Jahren bei renommierten Nachwuchswettbewerben auf sich aufmerksam gemacht. War im Winter Artist in Residence beim Musikclub N9 inn Eeklo. Bewegt sich weiter nahe am Lounge-Jazz, aber legt sich nun warme elektronische Töne um den Hals wie eine Pelzstola. Und schwelgt dazu in urbanen Ambient-Sounds. Poppige Empfindsamkeit blitzt auf. Gleichwohl irrlichtert eine unruhige Improvisationslust durch diese Grenzgänger-Klangwelten. Glatt und angepasst klingt jedenfalls anders! Tristan gibt sich geheimnisvoll und vielschichtig. Kann schon sein, dass hier ein wenig klassischer Hollywood-Glamour mitschwingt! Kann schon sein, dass Tristan in edlen Pastellfarben träumt! Isolde Van den Bulcke bringt im Frühjahr ihr erstes Album als Tristan heraus. Das Video zu „Frank“ feiert jedenfalls überkandidelte Konsumwelten! Und Herzen, die in lasziver Schönheit brechen!

 

Einfach mal an nichts denken mit Ébbène

Einfach mal an nichts denken. Wie befreiend! Ébbène, ein junger Musiker aus Brüssel, ist ein stiller Traumtänzer zwischen Francopop, Folk, und viel Zärtlichkeit. Was die eigene Person angeht, so übt sich der Musiker in Zurückhaltung. Vielleicht will er sich ja bewusst zurückhalten, um den Fokus auf seine fein zurückgenommenen Töne legen. Eines kann er jedenfalls: Intelligente kleine Geschichten erzählen, die durchaus  schwärmerisch ausfallen können. Ohne jemals zu dick auftragen. Ein melancholischer Grundton schwingt mit, wenn er uns mit sanfter Macht in Richtung dunkelblaue Traumwelten entführt. Dezent eingesetzt Electronica geben Impulse. Groß ist das Werk der Nachwuchskraft natugemäß noch nicht. Und ein paar wenige Angaben zum Hintergrund täten auch nicht schaden. Gleichwohl: Ébbène malt die Welt in zarten Pastellfarben. Und wenn er von Barcelona schwärmt, dann ist es ein kühles, ruhiges Barcelona. Vielleicht um die frühen Morgenstunden, wenn auch die letzten Nachschwärmer heimgezogen sind und erste Möwen und unverbesserliche Träumer ganz unter sich sind. Bitte bald mehr! Ende April spielt Ébbène bei der ganz wunderbaren Konzertreihe Les Nuits Botanique, deren Macher immer ein besonders feines Händchen für die auf- und anregendsten neuen Entdeckungen haben. Es wird unbedingt mal wieder Zeit, nach Brüssel zu fahren!

Erhabene und ernste Töne mit Echo Collective

Erhabene, ernste und emotionale Töne: Wie gut, dass das vielköpfige belgische Neoklassik-Ensemble Echo Collective beim Eurosonic Festival 2018 im niederländischen Groningen in der großem Kirche am Fischmarkt aufspielt! Dass draußen der Regen pladdert und die Dunkelheit die friesische Metropole fast zu verschlingen scheint, passt bestens ins Bild. Nur gut, dass die Kirchenleute den irdischen Genüssen gegenüber aufgeschlossen sind und man sich im dräuenden, spärlich beleuchteten Innenschiff an einem gepflegten Glas Rotwein festhalten kann. Echo Collective sind mehr als ein halbes Dutzend klassisch ausgebildeter Musiker aus dem Großraum Brüssel, die in der Vergangenheit bereits mit Neoklassik- und Filmmusikgrößen wie A Winged Victory For The Sullen und Jóhann Jóhannsson zusammengearbeitet haben. Die beiden Gründungsmitglieder Neil Leiter and Margaret Hermant sind offenkundig keine Puristen der reinen Klassik, sondern nach allen Seiten hin offen. Als neueste Projekt haben sie kürzlich den Radiohead-Klassiker „Amnesiac“ komplett neu eingespielt und dem Meisterwerk neue Facetten abgerungen. Glückliches Belgien: Echo Collective haben beim Entstehungsprozess von einer „Künstler-Residenz“ im traditionsreichen Brüsseler Club Ancienne Belgique profitiert, der immer wieder junge Musiker fördert. Und die Künstler zu diesem ambitionierten Unterfangen ermuntert hat! An diesem Abend in Groningen aber schwelgen Echo Collective intensiv in ihren dunkel schimmernden Klangwelten. Ernsthaftigkeit ist das neue Cool!

 

Glass Museum schreiben den Soundtrack für sturmzerzauste Himmel

Elegante Grenzgänger: Glass Museum

Starten wir doch mit chilligem, angejazzten Elektronikpop ins neue Jahr und lauschen dem feinen Piano-Track „Opening“ von Glass Museum! Dazu kann man die Gedanken zum sturmzerzausten Himmel doch bestens schweifen lassen! Hinter Glass Museum verbergen sich die beiden berufsneugierigen Youngster Antoine Flipo und Martin Grégoire aus dem schönen westbelgischen Tournai, hart an der Grenze zu Frankreich und den Schti´s. Die Debüt-EP „Deux“ kommt im Mai  heraus und erfreut mit der feinnervigen Experimentierfreude der beiden Nachwuchskräfte, die hier den filmmusikaffinen Klaviersoundtracks fröhnen und es sehr gut verstehen, smoothe Electronika in klassische Klavierromantik einfließen zu lassen und elegante Spannungsbögen aufzubauen. Anklänge an Ambient-Sounds sind ebenso zu finden wie filigrane Techno-Anspielungen. Und dennoch ist es ein Track, der bei aller aufflackernden Nervosität eine große Ruhe ausstrahlt. Kann sein, dass GoGo Penguin hier nicht weit sind! Dass Glass Museum auch anders können und das Spiel mit den Rythmen bestens beherrschen, kann man bei diesem Live-Video bestens verfolgen, in dem die Jazz-Affinität des Duos noch besser zum Ausdruck kommt. Ganz schön vertrackt, aber elegant und leichtfüßig klingt das! Wird auch Zeit, dass die neueste Neo-Jazz-Renaissance kommt!

Foto: Gilles Dewalque