Vorübergehend farbenblind: Eyemèr

Wenn Sarah Devreese alias Eyemèr davon singt, dass sie den Glauben verliert und sich missverstanden fühlt, dann klingt das keineswegs larmoyant, sondern fragil und poetisch. Von Selbstmitleid keine Spur! Man spürt sofort: Die a0375622955_16junge Frau aus Gent ist auf der Suche nach den Zwischentönen. Die Dinge verlangsamen sich in diesen kleinen Songs im Lo-Fi-Modus. Durch diese scheinbar sanften Sounds wallen Nebel und wabern ferne Nachtmahre. Subtil beunruhigende Songs wie“Butterfly“ blicken vorsichtig Richtung Schauerballade. Unbedingt ist hier eine Prise Weird Pop involviert. Denn eine harmlose Klampferin ist Eyemèr mt Sicherheit nicht. Ein Strange Girl schon eher! Dem Debütalbum „Temporarily Colourblind“, das Mitte März beim Label Zeal Records März erschienen ist, kann man zur Gänze via Bandcamp lauschen und sich dabei in zarte, graue Gegenwelten entführen lassen. Zur Veröffentlichung hat Eyemèr, die auf dem Erstling mit ungewöhnlichen Arrangements überrascht, ein Video zum Track „Promise“ vorgelegt, das auf eigenwillige Art verschwurbelt daherkommt. Die Dinge verschwimmen hier jedenfalls fast unmerklich. Den Reim auf die Dinge muss man sich hier schon selbst machen. Denn dieses Kunstmärchen ist jedenfalls nicht auf den ersten Blick zugänglich! Die Dinge in der Schwebe halten, das ist eine Kunst. Eyemèr beherrscht sie.

 

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