Bloß nicht so schnell vernünftig werden! Billie Rodney

So jung und schon so vertraut mit der düsteren Seite der Dinge? Billie Rodney ist eines dieser dünnen, intensiven Mädchen, die von innen heraus zu brennen scheinen. Längerfristig nicht unbedingt gesundheitsförderlich, das! Aber wer will denn zu schnell vernünftig werden? Billie Rodney will sich nicht  anpassen. Will nicht mit den anderen braven Fischen im Schwarm ihre Runden ziehen. Will lebendig bleiben, auch wenn es wehtut. „I don´t like what I became. When I look at myself I feel so ashamed“, wütet sie im feinen“Crowded Sea“.

Billie Rodney heißt eigentlich gar nicht so. Es ist der Nom de Guerre von Bie Van Landeghem aus der Hafenstadt Antwerpen. Die Chanteuse hat bereits als Finalistin des Nachwuchs-Wettbewerbs Humo´s Rock Rally auf sich aufmerksam gemacht. Wo sie als „beste Stimme“ unter den Kandidaten galt. Wer sich die bislang vorliegendenden Demo-Songs anhört, der weiß warum: Verletzlich, sensibel, kraftvoll, wütend, zärtlich und hoffnungslos kann diese Stimme klingen. Und das im Minutentakt! Das exzellent instrumentierte „Edie“ mit seinen gefühlvollen Streichern bittet Miss Rodney eine exzellente Plattform, um abzuheben. Mitunter haben diese Schmerzerfahrungen fast schon eine jazzige Qualität! Aber die Rodney kann auch anders, ganz zart. Die Piano-Ballade „Katie“ über eine krachend gescheiterte Mädchenfreundschaft fängt so zurückgenommen an, nur um sich zur wuterfüllten Anklage hochzuschrauben. Uff, diese junge Frau macht einem emotional völlig fertig!

 

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