Leise flehen meine Lieder: Felix Pallas

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Felix Pallas

Wenn Männer schöner flehen, dann freuen wir uns doch: Da denken wir doch sofort an die wunderbare Szene aus dem 80er-Teenie-Klassiker „Pretty In Pink“ zurück, in der Anti-Held Duckie sich zu „Please Please Please Let Me Get What I Want“ von den Smiths  so sehnlichst wünscht, dass seine angebetete Andie seine Liebe endlich erwidert. Sie tut es natürlich nicht, sondern wählt idiotischerweise den wankelmütigen reichen Schnösel mit dem schwachen Mund. So geht das halt. Drehbuchautor John Hughes gönnt Duckie ein halbgares Happy End, das sich fürchterlich falsch anfühlt. Schön flehen tun auch Felix Pallas aus dem flämischen Örtchen Brasschaat: Sie tun das allerdings in Cinemascope, mit überkandidelten Falsett-Vocals und mit himmelhohen Synthies. Mitunter fühlt man sich fast an die jungen A-ha erinnert. Aus heutiger Sicht erscheinen die 80er im Übrigen fast wie die Zeit der Unschuld.

Schmachten de luxe: So geht das! Der Geist der luxusverliebten 80er Jahre wabert durch wunderbar künstliche Tracks wie „Curse“: Man könnte fast glauben, dass diese vier Herren (darunter übrigens ein Bruderpaar) weiße Bundfaltenhosen tragen! Felix Pallas ist selbstredend keine reale Person, sondern ein Konstrukt. Der Klang dieses Namens gefiel den Bandmitgliedern, weil er Latein und Griechisch verbindet. Da muss man erstmal drauf kommen! Hat hier etwa der klassisch-altsprachliche Schulunterricht bleibende Spuren hinterlassen?

Sänger Simon Nuytten und seine Mitstreiter sind in den vergangenen drei Jahren in Belgien bei verschiedenen renommierten  Nachwuchswettbewerben in die Endrunde gekommen. Sie haben bereits den Sprung über den Kanal geschafft und sind mehrfach in London aufgetreten. Aktuell werkelt das Quartett an seiner  zweiten EP. Über die empfehlenswerte belgische Musik-Entdecker-Site vi.be kann man ausführlich in die Songs aus der Anfangszeit des Quartetts hineinhören, die nicht ganz so überlebensgroß ausgefallen sind und fast zugänglicher wirken. Der neue Track“Curse“ mit seinen Vocoder-Effekten ist allerdings ein feines Stückchen Synthiepop mit einer kleinen schwarzen Rose im Knopfloch. Schwelgen wir weiter in elegantem Dunkelblau!

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