Erhabene und ernste Töne mit Echo Collective

Erhabene, ernste und emotionale Töne: Wie gut, dass das vielköpfige belgische Neoklassik-Ensemble Echo Collective beim Eurosonic Festival 2018 im niederländischen Groningen in der großem Kirche am Fischmarkt aufspielt! Dass draußen der Regen pladdert und die Dunkelheit die friesische Metropole fast zu verschlingen scheint, passt bestens ins Bild. Nur gut, dass die Kirchenleute den irdischen Genüssen gegenüber aufgeschlossen sind und man sich im dräuenden, spärlich beleuchteten Innenschiff an einem gepflegten Glas Rotwein festhalten kann. Echo Collective sind mehr als ein halbes Dutzend klassisch ausgebildeter Musiker aus dem Großraum Brüssel, die in der Vergangenheit bereits mit Neoklassik- und Filmmusikgrößen wie A Winged Victory For The Sullen und Jóhann Jóhannsson zusammengearbeitet haben. Die beiden Gründungsmitglieder Neil Leiter and Margaret Hermant sind offenkundig keine Puristen der reinen Klassik, sondern nach allen Seiten hin offen. Als neueste Projekt haben sie kürzlich den Radiohead-Klassiker „Amnesiac“ komplett neu eingespielt und dem Meisterwerk neue Facetten abgerungen. Glückliches Belgien: Echo Collective haben beim Entstehungsprozess von einer „Künstler-Residenz“ im traditionsreichen Brüsseler Club Ancienne Belgique profitiert, der immer wieder junge Musiker fördert. Und die Künstler zu diesem ambitionierten Unterfangen ermuntert hat! An diesem Abend in Groningen aber schwelgen Echo Collective intensiv in ihren dunkel schimmernden Klangwelten. Ernsthaftigkeit ist das neue Cool!

 

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