Interessante Zeiten mit One Horse Land

One Horse Land können kein Wässerchen trüben. Meint man fast. Federleicht, ein bisschen naiv und angenehm zurückhaltend kommen die Songs der Band aus Brüssel daher. Dass Schüchternheit in überlauten Zeiten ein wertvolles Gut ist, haben die beiden Masterminds Jérémie Fraboni und Audrey Coeckelberghs letztens bei dem wunderfeinen Konzert im heimeligen Darmstädter Hoffart-Theater überzeugend bewiesen. Und all die skurrilen Instrumente, die hier zum Einsatz kommen: Denn eine Bassklarinette sieht man auch nicht alle Tage. Von der sympathischen Mann-Frau-Dynamik ganz zu schweigen! „Interesting Times“ lautet der Titel ihres jetzt erschienenen zweiten Albums, das verspielt, verschmitzt und lebensklug daherkommt. Die Darmstädter waren sowieso begeistert, weil die Belgier einen Tag vorher in Darmstadts französischer Partnerstadt Troyes aufgetreten sind. Ob sie den guten Schaumwein mitgebracht haben,  blieb aber offfen.

Einen Sinn für Situationskomik und die absurden Seiten des Alltags haben One Horse sowieso, wie sie im beschwingten „Traffic Jam“ beweisen. Da nehmen die belgischen Hauptstädter richtig Fahrt auf! Und wer jetzt neugierig geworden ist,  dem wird dringend ans Herz gelegt, sich ausführlicher mit dem dann doch nicht so braven Oeuvre von One Horse Land zu beschäftigen. Wer hat denn schon die Chuzpe, einen Song mit dem schönen Titel „Bored With Music“ zu schreiben?

 

 

 

 

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