Zündet eine Kerze für mich an: Asia

„I just want to go to church. So God can tell me what to do. But if I’m being honest, I’m too scared to believe in anything.“

Verletzlich und besonders empfindsam sein: Das gehört zum Erwachsenwerden dazu. Asia ist eine junge Singer-Songwriterin aus Brüssel, die vor kurzem ihre Debüt-EP „Choked Up“ auf ihrem eigenen (?) Label Lanewood Records vorgelegt hat. Introvertierte und grüblerische Töne sind es, die diese vier kleinen Songs bestimmen. „Was für eine Heulsuse!“, dürften Leute sagen, die keine Geduld aufbringen, genauer zuzuhören. Doch das lohnt sich! Denn die 19jährige überzeugt mit einer hellen, zerbrechlichen Stimme und poetischen Texte, durch die kleine schwarze Vögel flattern. Beim filigranen Track „Church“ verzichtet sie auf allen überflüssigen Klangspielereien, sondern konzentriert sich auf Stimme, Gitarre und leise elektronische Akzente.

Eine große Sehnsucht nach Sicherheit zieht sich durch den Song. Auf der Suche nach Antworten zieht es Asia in Kirchen und auf Friedhöfe, die klassischen Orte, um zur Ruhe zu kommen und vielleicht Antworten zu finden. Denn trotz taubengrauer Traurigkeit: Die Stimmung kippt hier nie ins Depressive, sondern schwelgt in schöner Innerlichkeit. Und macht deutlich, dass der Zweifel ein sehr kreativer Einfluss sein kann! „Zündet eine Kerze für mich an“, bittet sie. Das machen wir doch gerne, liebe Asia! Aber Du leuchtest auch von ganz alleine!
 

Beim Video zu „Church“ bekomme ich sofort wieder Lust, ins sommerliche Brüssel zu reisen. Diese verwinkelten Hinterhöfe, wunderbarerweise noch nicht hauptstadtfein saniert, finden sich in Saint-Gilles und Ixelles noch in vielen Straßen!

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