Die Stille sehen. Das geht mit MEK!

Eiigenwilliger Träumer: MEK

Eiigenwilliger Träumer: MEK

In der stillen, sommermüden Stadt zur Ruhe kommen mit verträumtem, sanft entschleunigten Chansonpop. Das geht bestens mit MEK und seinen unangestrengten, nachdenklichen Songs zwischen Tag und Traum. Koen Meirlaen, der Musiker hinter diesem Ein-Mann-Projekt aus Gent, macht um sich nicht viele Worte, sondern gibt sich lieber geheimnisvoll. Informationen zur Vita sind nur spärlich vorhanden, was in Zeiten des allgegenwärtigen Informationsüberflusses schon wieder einen gewissen Charme hat. Nur so viel: Der junge Musiker war zuvor bei den inzwischenen verblichenen Indiepopstera Nova Zembla aktiv und verfolgt nun seinen eigenen Weg mit leicht eigenwilligen, zart elektronischen Sounds, die lieber flüstern statt schreien. Und nur ein kurzer Einwurf zu Gent: Man hat fast den Eindruck, dass mindestens jeder zweite der zahlreichen Studenten an der Universität Gent in einer oder mehreren Bands spielt. Das sind fast isländische Verhältnisse! Auch die Vorliebe für leicht experimentelle, knisternde, filmmusik-affine Klänge, wie MEK sie im feinen Video zu „Utoreen“ pflegt, in dem er uns auf eine Fahrt durch die nächtlichen Staßen Gents mitnimmt. Unbedingt zu empfehlen! Der Mann kann aber auch Piaonopop, wie er mit seiner neuen Single „Breathe“ beweist, wo Newcomerin Wanthanee als Gastsängerin überzeugt. Alles feine Songs, aber im noch schmalen Oeuvre von MEK gefällt das lakonische und empfindsame „See The Silence“ fast am besten. Keine großen Töne um sich selbst machen in Zeiten, in denen Prahlerei und Protzerei regieren: Zurückhaltung ist das neue Laut!

 

Ivy Falls: Fien Deman springt ins Unbekannte

Die Stimme von Fien Deman ist unverwechselbar. Wer sie als Sängerin der Genter Dreampopster I Will, I Swear erlebt hat, wird sie so schnell nicht vergessen. In Erinnerung geblieben ist der erste Deutschland-Auftritt des schüchternen Quartetts beim Golden Leaves Festival in Darmstadt, als mit der zarten Traumverlorenheit dieser Songs mitten am Nachmittag bereits eine zartblaue Dämmerung hereinbrach. Von I Will, I Swear hat man seit geraumer Zeit keine neuen Töne mehr gehört. Vielleicht das auch ein Grund, warum die Sängerin jetzt in neue Gefilde aufbricht?

Strebt mit Ivy Falls auf den mitternächtlichen Dancefloor: Fien Deman.

Strebt mit Ivy Falls auf den mitternächtlichen Dancefloor: Fien Deman.

Fien Deman will über den gehobenen Flüsterpop hinausgehen und hat ihr Soloprojekt gegründet, bei dem es mehr in Richtung reduzierten Elektronikpop geht, zu dem man verlangsamt tanzen kann. Ivy Falls heißt diese musikalische Neuorientierung. Es ist sind verschattete Pastellsounds, die Fien Deman hier pflegt. Sehr elegante, zart angejazzte, leicht chansoneske Töne, denen man in den Stunden zwischen Tag und Traum bestens lauschen kann. Geheimnisvoll und erwachsen kommt die Stimme der Sängerin heute daher. Nur noch ein Hauch Schüchternheit ist geblieben. Fien Deman strebt dazu eher auf den mitternächtlichen Dancefloor als ins stille Kämmerlein für Solo-Träumer. Eine Konstante gibt es aber: Die zarte, schwebende Melancholie ist geblieben, wie auf dem einzig bislang vorliegenden Track „Silver“ deutlich zu hören ist. Musikalische Unterstützung hat sich die Chanteuse bei Mitgliedern von  Sleepers´Reign und Tsar B geholt. Die Debüt-EP von Ivy Falls soll in naher Zukunft herauskommen und den schönen Titel „Mean Girls“ tragen. Klingt so gar nicht mädchenhaft!

(Foto: ©Alexander Popelier)

Aus einer grauen Stadt: Sperwer

Kortrijk ist eine hässliche Stadt. Denkt man, wenn man mit dem Zug in die nordflandrische Großgemeinde hereinfährt. Es ist nicht weit nach Ypern, wo eines der schlimmsten Gemetzel des ersten Weltkrieges stattfand. Wer zufällig in Ypern  vorbeikommen sollte, dem sei die sehr feine Dauer-Ausstellung In Flanders Fields empfohlen, die sich erfreulicherweise um eine ausgewogene Darstellung des grauenhaften Geschehens bemüht. Kortrijk selbsz hat 1917, 1940 und 1944 sehr gelitten. Zu dumm, dass Belgien strategisch ungünstig in Europas Mitte liegt und alle Nachbarn immerfort durchmarschieren müssen! Natürlich ist Kortrijk gar nicht so unansehnlich. Aber dass schwerelose Schwärmer wie SperwerSperwer aus dieser auf den ersten Blick sehr grauen Stadt kommen können, erstaunt dann doch etwas. Egal, die Smiths stammen ja auch aus Manchester! Beide Städte waren übrigens zu Zeiten der Industrialisierung große Textilmetropolen! Und auch stimmlich erinnert der Sperwer-Sänger Olivier Dumont an den ganz jungen Morrissey. Und seinen Hang zum gepflegten Leiden. Das Trio empfiehlt sich auch dadurch, dass es aus dem Umfeld der von mir sehr geschätzten Dreampopsters I Will I Swear kommt. Viel vorzuweisen haben die drei Youngsters noch nicht, aber die vier Tracks unfassende erste EP ist angenehm  traumverloren ausgefallen und überzeugt mit einer filigranen Mischung aus Shoegaze, Indie- und Depri-Pop und angenehm hallenden Gitarren. Besonders gefallen tut das melancholische, sehnsüchtige „Hier“, das trotz aller Gedankenschwere sehr leicht daherkommt. Aber auch das poppigere „Regen“ mit der stimmigen Percussion überzeugt und hat vielleicht die stärksten Smiths-Anklänge hier.Wer mag, kann dazu nachdenklich über die trügerisch grünen flandrischen Felder schauen, unter denen Hunderttausende liegen, die wegen ein paar Metern „Frontverschiebung“ gestorben sind.

Foto: Clara Hassens

Bathernay: Der Winter kommt zurück

Die Band nach dem verträumten Dörfchen benennen, in dem man als junger Mensch am Rande der Pubertät wie aus der Zeit gefallene Urlaube erlebte: Auf diese Idee muss man auch erst mal kommen! Bathernay heißt der verschlafene Ort im Südwesten Frankreichs, wo Nicolas, der musikalische Kopf der belgischen Band, schwerelose Sommer verbrachte. Bathernay, also die Band, gibt es seit dem Jahr 2012. MoldyDas Quartett schwelgt auf seinem jüngsten, im Herbst 2015 erschienen Album „Moldy“ in elegischen, ausufernden Tönen. Die sich mit hoher emotionaler Wucht und großer Sanftheit irgendwo in den Weiten zwischen Postrock, Dreampop und Shoegaze bewegen. Der erwachsene Schwärmer träumt nun in Schwarz-Weiß und hat die schöne Melancholie zur Kunstform erhoben. Die emotionale Landschaft ist nicht mehr grün und gleißend, sondern karg und verschneit. Aber das ist nur der Hintergrund, vor dem große Gefühlsgemälde gemalt werden, auch wenn sie winterlich ausfallen! Mit Songs wie dem monumentalen Zehnminüter „Love“ muss man sich Zeit lassen, bis sich die Vier, versteckt hinter Gitarrenwällen, endlich den ultimativen Gefühlsausbruch gestatten. Uff! Natürlich ist es hier Winter, aber trotzdem zünden Batherney  ein warm flackerndes Feuer an. An dem wir lange sitzen und unseren Gedanken nachhängen können. Wie damals im Sommer, als wir noch 14 waren. Über Bandcamp kann man „Moldy“ zur Gänze lauschen. Und zu „Winter Will Be Back“ gibt es ein sehr stimmiges Video!

Im Schatten der Sterne: Hydrogen Sea. Belgium Booms At Eurosonic!

Wie bringt man laut schwatzendes Kaffeehaus-Publikum dazu, still zu sein und aufmerksam zu lauschen? Und kaum zu wagen, den Teelöffel in der Tasse umzudrehen, um den Zucker einzurühren? Ganz einfach: Durch anmutige, fast schon schüchterne weibliche Vocals. Von einer Sängerin, deren Gesicht nur aus großen braunen Augen zu bestehen scheint. Birsen Uçar, die Stimme von Hydrogen Sea aus Brüssel, braucht an diesem Nachmittag in der Coffee Company in der Groninger Innenstadt nicht viel, um in den Bann zu ziehen: Sie erzählt kleine Geschichten, die so sanft schweben wie Herbstlaub, das dekorativ zu Boden sinkt. Beim Eurosonic Festival in der nordniederländischen Metropole Groningen finden erfreulicherweise kleine Nachmittagskonzerte im Plattenladen und eben im Kaffeehaus statt, wo man in improvisiertem Rahmen lauschen kann, dicht an dicht gedrängt. Birsen Uçar gibt an diesem hellen Wintertag die fast noch adolszente Chansonnière, die sich auf Reisen ins elektronische Wunderland macht. Für die Dynamik bei diesem Duo ist das Synthie-Zauberer PJ Seaux zuständig, der als sympathisch-manisches Rumpelstilzchen den elektronischen Gerätschaften aktiv ist, aber auch an der Gitarre eine gute Figur abgibt. Von diesem Mann geht eine Energie aus, die fast schon greifbar pulsiert! So entsteht ein charmanter Gegensatz zwischen Hyperaktivität und Verlangsamung. Und wunderbarerweise funktioniert diese Mischung live hervorragend! Hydrogen Sea müssen mit ihrem traumverlorenen, geheimnisvollen und eleganten Elektropop nicht markig auftrumpen, um nachhaltig Eindruck zu hinterlassen. Und sind im Übrigen eine dieser belgischen Bands, die über eine unbestreitbare Seelenverwandtschaft mit verscheurbeltem isländischem Elfenpop verfügen! Beim Track “Voyager” jedenfalls dürfte das ganze Café andachtsvoll die Luft angehalten haben!

Wir träumen in Dunkelschwarz: Newmoon

Man darf sich im Januar schon auf den Juni freuen: Denn beim mit handverlesenen Bands und Musikern vollgestopften Maifeld Derby Festival in Mannheim spielen die belgischen Nachwuchs-Postpunks Newmoon, die zu lärmenden und übersteuerten Gitarren so schön in Dunkelschwarz träumen, dass es schon fast hymnisch klingt! Newmoon-Band-PhotoDa passt es bestens, dass die Fünf aus den flämischen Metropolen Gent und Antwerpen in Mannnheim just zu Neumond aufspielen! Die Heroen von The Pains Of Being Pure At Heart sind hier nicht fern!

Mit Twilight-Kitsch und Vampirromantik haben Newmoon so gar nichts im Sinn. Lieber lassen sie die übersteuerten Gitarren krachen und geben die Poètes Maudits: “Wir sind echte Dichter, Mann!”, stellen Newmoon selbstbewusst klar. Und wunderbarerweise sind diese Tracks bar aller irdischen Schwere, sondern kommen mitunter leichtfüßig und gar dreampoppig daher. Die Fünf nehmen sich alle Zeit der Welt, damit sich diese Songs majestätisch entfalten  können und streifen dabei mitunter das postrockige Ausufern. Bei aller Düsternis kommen Titel wie das sehr feine “Aria” fast schon euphorisch daher. Bislang haben die Jungs eine EP namens “Invitation To Hold” herausgebracht, der man via Bandcamp zur Gänze lauschen kann. Im Januar sind Newmoon mit den US-Boys von Turnover und Citizen in kurz Deutschland unterwegs: Am 23.1 in Dortmund im FZW, am 24.1. im Kölner Gebäude 9 und am 26.1 im Berliner Comet.

Musik in Zeiten des Terror-Bedrohung: Faces On TV

“Du willst wirklich nach Brüssel? Das ist doch viel zu gefährlich wegen Terror-Alarmstufe vier”, hatten Freunde besorgt gewarnt. Aber die Bedrohung war bereits auf Niveau drei gesenkt worden. Und die nonchalente Gelassenheit, mit der die belgischen Hauptstädter normalerweise den Herausforderungen des Alltags begegnen, die dürfte doch Garant genug sein, dass man sich um Normalität bemühen würde. Dachte ich. Und genauso war es auch. Soldaten und Polizei im Stadtbild vor öffentlichen Gebäuden, klar. Aber der Markt auf dem Parvis de Saint-Gilles findet an diesem Samstag statt, als ob nichts sei. Bunte Stände und wuselndes Publikum. Vor dem Café Maison Du Peuple sitzen die Leute wie üblich plaudernd, rauchend und trinkend. Und ein Konzert an ungewöhnlichem Ort gibt es an diesem milden Samstagnachmittag auch noch: Die Mädels von Indies Keeping Secrets Brussels haben in ein Abbruchgebäude ins Europaviertel eingeladen. In die ehemalige Residenz der prominenten sozialistischen Parlamentsabgeordneten Laurette Onkelinckx: Ein Prachtbau mit Parkettböden, großzügigen Treppenhäusern mit Jugendstil-inspirierten schmiedeeisernen Geländern und schicken Kaminen. Zierleisten sind bereits entfernt, alles ist kahl und leer. Ziemlich frisch dazu, denn die Heizung funktioniert nicht mehr. In wenigen Wochen kommen die Abrissbagger. Wie die Mädels es geschafft haben, ein Gig in diesem todgeweihten Gebäude zu organisieren, bleibt ihr Geheimnis. Keeping Secrets eben! facesUnd so mummelt man sich in Parkas und Decken ein und setzt sich auf den leicht angestaubten Parkettboden. Ich komme mit einem netten Mann ins Gespräch, der altersmäßig ein wenig über dem Durchschnitt der Versammelten liegt. Wie es sich herausstellt, ist es der Vater von Jasper Maekelberg, dem Sänger von Faces On TV, der an diesem Nachmittag solo beim Secrets-Konzert auftritt. Der extra aus Gent angereist ist, um den Sohn als Einzelkünstler an ungewöhnlichem Ort zu erleben! Jasper kommt betont bescheiden daher: Gitarre und viele kleine elektronische Helferlein. Und siehe da: Diese Klänge, von der Band selbst als “Trippop” bezeichnet, wirken in reduzierter Form besonders eindrücklich. Jaspers Falsettstimme, das elegante Leiden am Leben und an der Liebe, die innige Hingabe: Es sind wahrlich keine simplen Songs, die uns der Sänger hier darbietet: Kompliziert sind diese Sounds, ein wenig überkandidelt und unbedingt für müßige Dämmerstunden geeignet. Herzen brechen hier, aber auf die allerschönste Weise. Das große Melodram bietet Jasper as Solo-Künstler nicht, eher eine warm glühende Melancholie, die Herz und Wangen wärmt. So vergessen wir die Kälte einfach! Schöne Fotos von diesem ganz wunderbaren Geheimkonzert gibt es hier. Und die neue Faces-On-TV-Single “Love/Dead” ist auch sehr fein!

Dreampop auf Flämisch: Bazart

Die belgischen Indiepop-Lieblinge Oscar And The Wolf, die in diesem Jahr einen kometenhaften Aufstieg hingelegt haben, beweisen sich erneut als Meister des guten Geschmacks: Für ein Konzert in den Niederlanden im November haben sie die Landsleute von Bazart als Support eingeladen. bazEine gute Entscheidung: Denn das Quintett, dessen Mitglieder aus Antwerpen und Gent stammen, spielt souverän verträumten Dreampop mit gelungenen Elektronik-Einsprengseln. Und vor allem: Bazart singen auf flämisch, was nicht unbedingt als stilprägende Sprache der Popmusik gilt. Aber bei den Nachbarn verständlicherweise gut ankommen dürfte! Wer nun aber glaubt, dass das als schwerfällig geltende Idiom ungeignet für eleganten Pop ist, der sieht sich getäuscht: Der ziselierte, grenzwertmelancholische Track “Goud” ist ein empfindsames Stückchen Sehnsuchtsmusik mit zurückgenommener Lizenz zum Schmachten. Die samtigen Synthies passen! Man kann zu diesen Klängen mit schmerzendem Herz tanzen. Großes Kino! Dass es hier um die Kunst der gehobenen Melancholie geht, erschließt sich ohne jegliche Kenntnis des Flämischen. Das ist genau die Musik, mit der man sich seelisch auf den November einstellen kann!

Mit den Wölfen träumen: Few Bits

Eine belgische Band, die im Oktober als Support bei der Großbritannien-Tour der Lemonheads spielt? Haben wir jemals von dieser Band gehört? Nein? Dann wird es wohl Zeit, den wunderbar nachdenklichen Dreampop der Few Bits aus Antwerpen kennenzulernen. Der Bandname lässt nicht unbedingt aufhorchen, die Stimme von Sängerin Karolien Van Ransbeeck schon eher. fewSchwebend, ein wenig geheimnisvoll und angenehm zurückgenommen. Große Effekthaschereien hat diese Chanteuse nicht nötig. Lieber behält sie die Dinge fein in der Schwebe. Deutet an, statt direkt auszusprechen. Einfühlsam unterstützt von ihren Mitmusikern Tim Coenen,  Jules Lemmens, Peter Pask und Steven Holsbeeks. Wobei Coenen und Pask über reichlich Erfahung verfügen, weil sie bei den Lo-Fi-Electonica-Projekt The Go Find mitwirken. Ureigentlich zelebrieren die Few Bits Kammerpop in seiner reduzierten Form. Zu dem die Gedanken bestens abschweifen können. Dass diese Klänge ziemlich gitarrenorientiert sind und soulige Untertöne pflegen, bemerkt man erst beim dritten Hören. Aktuell werkeln Few Bits an ihrem zweiten Album. Höchste Zeit also,  die Highlights des Debütalbums aus dem Jahr 2013 kennenzulernen. Der Track “The Wolves” gehört unbedingt dazu!

(Foto: Jan Marchand)

Bambi, Laser und Acid mit Seiren

Ausgetüftelte elektronische Beats mit jazzigen Vocals kombinieren. Unterkühlte Soundlandschaften von geschmeidiger Eleganz schaffen. Neugierige Ausflüge ins luftige Chansonfach wagen. Spröde experimentelle Töne erproben. Mitunter leise urbane (Schauer)Märchen erzählen. Keine Scheu vor der gefühlsbetonten Pianoballade zeigen. Und dabei durchaus clubaffin für die mondsüchtigen Stunden nach Mitternacht zu klingen: Seiren aus Gent haben keine Scheu vor Genregrenzen. Das Trio hat erst vor etwa einem Jahr in der jetzigen Besetzung zusammengefunden, als sich Sängerin Charlotte Jacobs and Drummer Gert Malfliet dem Soundtüftler Jens Paeyeneers anschlossen. Die Bandbeschreibung “Imagine Bambi with lasers and acid” nimmt jedenfalls ziemlich für die Newcomer ein. Die auf Englisch und Niederländisch singen. Und sich erfreulicherweise alle Zeit der Welt lassen, um den eigenen Sound zu entwickeln. Seiren (ausgesprochen wie die Sirene auf Englisch) haben kürzlich ihre erste, angenehm komplizierte EP “Architekt” vorgelegt, in der man sich an langen Sommerabenden mit sich endlos hinziehender Dämmerung bestens verlieren kann. Sehr gut gefällt der balladige, trauumverlorene, auf niederländisch gesungene Track “Helder”. Via Bandcamp kann man der gesamten EP lauschen.