Stille Töne aus dem Hochmoor: Pale Grey

Stille Träumer: Pale Grey

Leise Träumer: Pale Grey

Von einer Auszeit an der See träumen: Wunderbare Sache! Herrliche Stille, strahlende Sonne! Pale Grey  wünschen sich an den ruhigen Strand. Das Quartett mit Wohnsitzen in Liège und Brüssel feiert im Track „Seaside“ die schüchterne, tiefentspannte Variante des Indiepop und flirtet mit sanften Tropicana-Elementen. Glaubt man den Veranstaltern des Brüsseler Botanique, dann befindet sich der Proberaum der Band in einer Garage in der abgelegenen, windumtosten Hochmoorlandschaft der Hautes Fagnes, hart an der Grenze zu Deutschland und den Niederlanden nahe Aachen. Wer mal in der Nähe ist: Hinfahren! Der Himmel über den Hautes Fagnes ist weiter als anderswo!

Pale Grey sind unauffällige Helden: Denn wenn es Musiker wie diese nicht gäbe, dann stürbe der Pop mal irgendwann an innerer Auszehrung, Denn Pale Grey sind seit dem Jahr 2010 aktiv, haben ein Album und eine EP vorgelegt. Sind auf freundliches Interesse gestoßen, ihrer Heimat ausführlich auf Tour gewesen, aber einen größeren Durchbruch haben sie nie erlebt. Dem feinen taubengrauen Album „Best Friends“ kann man an dunstigen Regentagen bestens lauschen. Reinhören empfohlen via Bandcamp! Die Jungs von Pale Grey lassen sich von ausbleibender größterer Anerkennung nicht von ihrem kreativen Tun abhalten. Machen unverdrossen weiter. Weil sie von diesen still euphorisierenden Sounds nicht lassen wollen, so die wahrscheinlichste Erklärung. Aktuell stecken Pale Grey in den letzten Vorbereitungen zur Veröffentlichung ihrer neuen EP „Ghosts“, die sie bei den magischen Nuits Botanique 2017 vorstellen werden. Der Track „Seaside“ hat zwar auch schon ein paar Monate auf dem Buckel, ist aber eine schöne Visitenkarte für alle, die die Band aus dem Hochmoor kennenlernen wollen!

 

 

 

Der Strahlemann: Témé Tan. Belgium Booms at Eurosonic 2017

Wie er mit seinem Wuschelkopf oben auf der improvisierten Bühne im gemütlichen Plato-Plattenladen in der Groninger Innenstadt steht und mit einem großen Strahlen im Gesicht an seinen elektronischen Gerätschaften hantiert: Mit Témé Tan geht selbst im grauesten Groninger Januar die Sonne auf. Témé Tan alias  Tanguy Haesevoet ist ein neugieriger und superlebendiger Grenzgänger zwischen Brüssel und Kinshasa. Im Alter von sechs Jahren kam er aus der afrikanischen Metropole nach Belgien und hat den Kontakt in die alte Heimat nie abreißen lassen. Auf dem Eurosonic Festival 2017 im niederländischen Groningen ist der junge Musiker Teil der großen Delegation aus dem Nachbarland („Belgium Booms At Eurosonic“). Und eine der schönsten Entdeckungen! Denn Témé Tan schafft es mit verspielter Leichtigkeit, Afro- mit Elektronikpop, Dance und HipHop zu verbinden. Er selbst bezeichnet seinen Sound als „Glamarous Tribal“ und bringt die Dinge damit bestens auf den Punkt. Tanzen kann man bestens zu diesen flirrend-tropischen Klängen! Neben mir steht beim improvisierten Konzert im Plattenladen der Soundmann von Témé Tan, der die Dinge souverän über seinen Laptop managt und lauthals mitsingt. Da ist ein echter Fan an den Reglern! Dass er auch Tiefgang hat, beweist Témé Tan mit „Améthys“, einem zart melancholischen temeund überaus lebensbejahenden Song über seine jüngst verstorbene Mutter. „Wenn ich an Dich denke, dann tanze ich“: Wenn das keine schöne Botschaft ist! Sehr fein und sehr politisch ist auch die Single „Ca Va Pas La Tete“ (übersetzt etwa: Geht´s noch?) Dieser Track hat einen dezidiert politischen Hintergrund und wurde bereits 2014 in Guinea aufgenommen, als dort Ebola wütete und das gesamte westafrikanische Land stigmatisiert wurde. „Ich wollte meinem Freunden und meiner Familie in Europa zeigen, wie lebendig und positiv die Menschen in Guinea trotz dieser schwierigen Lage waren“, sagt Témé Tan zum Hintergrund des Songs. Ernste Botschaft, mit leichter Hand dargeboten: Bitte mehr davon!

(Foto: Miko/Miko Studio)

 

 

Zwischen Reykjavík und Brüssel: Maris

Es maunzt und knistert und knuspert und knispelt, dass es eine wahre Freude ist. Katzen, Elfen und Sumpfhexen dürften bei Konzerten von Maris wohl in der ersten Reihe sitzen. Hinter Maris verbirgt sich eine eigenwillige junge Frau, die über Gott und andere Dinge nachdenkt und sich zwischen Reykjavík, Brüssel und New York bewegt. Mariske marisBroeckmeyer aus der Universitätsstadt Leuven tritt als Musikerin unter dem Namen Maris an. Ihre Welt ist in ein zärtliches Grau getaucht. Auf ihrer Debüt-EP „On God And Other Things“ erschafft Maris wunderliche Gegenwelten, in der Geister und andere Grenzgänger ganz selbstverständlich umgehen. Weirdpop nennt man das wohl, was sie hier mit tastender Neugier erschafft. Maris gefallen die irrlichternden kleinen Alltagsgeschichten die sich zwischen Tag, Traum und Nachtmahren ereignen. Sie spielt in Songs wie dem zart irritierenden „How´s Things“ mit elektronischen Störgeräuschen und legt ihre helle Stimme darüber. Entstanden sind die Aufnahmen in Island, wo sie sechs Monate lang Sound Design studiert hat. Vielleicht hat die Isländerin Sóley ein wenig Patin gestanden, die aber ungleich garstigee Geschichten erzählt als ihre belgische Cousine im Geiste. Maris experimentiert mit leise beunruhigenden Tönen, mischt tribale Klänge mit imaginierten Windharfen und macht sich mit offenen Augen und Ohren auf in das Land hinter den Spiegeln, wo die Dinge auf wundersame Weise sacht aus den Fugen geraten. Passt bestens zum nebeligen, grauen November, in dem die Grenzen zwischen realer und übernatürlicher Welt ohnehin gerne verschwimmen!

FÄR bringen die Dunkelheit zum Glühen

Dort, wo kein Licht ist und die eigenen Gedanken an die Wände prallen, dort wird man FÄR finden. Sagt das Duo aus dem Örtchen Brakel  zu den eigenen, elegant verdüsterten Elektropop-Klängen. Ach, An-Sofie De Meyer und Tim De Gieter, ihr vergesst vielleicht etwas: Von eurer Schwärze geht eine pulsierende Wärme aus, die das Dunkel zum Glühen bringt! faerFÄR schwelgen in großen Mitternachts-Gefühlen, edel und dandyhaft. Das ist wohl Gothic Pop, was das Duo hier zelebriert. Passt doch zum herannahenden Totenmonat November. Die beiden flirten mitunter mit dem Bombast. Verlangsamen die Dinge auf elegante Weise, wenn sie sich auf die Suche nach den Sündern der Nacht machen. Die sollen sie durch unbekannte Gefilde leiten! FÄR lebt von der geheimnisvollen und lasziven Stimme von An-Sofie De Meyer, von der man sich gerne auf Abwege leiten lässt. Das Duo hat in diesen Tagen sein Debütalbum vorgelegt, das von Schwarz-Weiß-Ästhetik lebt. Und dreht die Synthies weit auf in fein überkandidelten Tracks wie“Shot“ weit auf, zu dem sie ein sehr ästhetisches Video gedreht haben. Fast besser gefällt der ruhigere, herzschmerzige Song „Hands“. Wer in die bereits erschienene EP hereinhören will, kann dies über Bandcamp tun. Und sich auf die sanfteste Weise in den Edgar-Allen-Poe´schen Maelström hinabziehen lassen!

 

(Foto: Gert-Jan De Baets)

Die Farbe von Schnee: Pieter Vermeyen

Im regnerischen Flandern mit seinen grauen Himmeln, denen Jacques Brel mit seinem Klassiker „Le Plat Pays“ ein Denkmal gesetzt hat, über den Schnee nachdenken. Genauer gesagt: Über die verschiedenen Formen und Farben von Schnee. Das tut der junge Antwerpener Sound-Tüftler Pieter Vermeyen auf seiner EP „Inuit“. Die Inuit, also die Bewohner von Grönland, besitzen mehr als 20 verschiedene Ausdrücke für Schnee. inuitVermeyen hat sich vier davon ausgesucht. Bewegt sich mit diesen ausufernden, fein nachdenklichen Tracks zwischen Neo-Klassik, Filmmusik, Ambient und Postrock. Um nur einige Einflüsse zu nennen. Es knuspert und knispelt hier, und ein romantisches Piano wagt mit vielen elektronischen Helferlein den Sprung ins 21. Jahrhundert. Klar, dass Vorbilder wie Ólafur Arnalds, Nils Frahm und Ludovico Einaudi hier nicht fern sind. Die Dinge entschleunigen sich in diesen vier verträumten, meist instrumental eingespielten Tracks auf wunderbar entspannte Weise. Diese sorgsam dahingetupften Töne sind traumtänzerisch und meditativ zugleich. Bringen Ruhe in eine hochnervöse Welt. Im Interview mit Middle Tennessee Music gibt der junge Musiker ausführlich Auskunft über den Entstehungsprozess des Albums. „The genre of Inuit  is like my biography: a summary of all my past and current musical fascinations“, sagt Pieter Vermeyen darin. Schön! Ich schreibe übrigens auch deshalb über Vermeyen,  weil er mich so höflich, freundlich und bescheiden kontaktierte. Jawohl, Bescheidenheit, eine heutzutage fast vergessene Tugend. In einer angeberischen, marktschreierischen, grellbunten Welt ist sie eine kleine Kostbarkeit. Besonders gefallen tut auf „Inuit“ übrigens der Track „Skriniya“: Das ist übrigens der Schnee, der den Boden niemals erreicht.

Nachtschwärmen mit Ulysse

Im nächtlichen Großstadt-Dschungel kann man schon mal verloren gehen! Gerade in heißen Hochsommer-Nächten, wenn die Hitze des Tages nachglüht und wir uns schwerelos durch die ferienleere Straßen treiben lassen. Den perfekten Soundtrack dazu liefen die Drei von Ulysse mit ihren percussionlastigen Beats. Die Drei aus Brüssel bewegen sich geschmeidig wie Siamkatzen durch den eleganten, schwärmerischen Elektropop und tragen eine kleine Prise Melancholie als Parfüm-Note auf dem Handgelenk. In Belgien haben Ulysse bereits zwei EPs vorgelegt. Die neueste namens „Cashmere Guns“ ist erst kürzlich herausgekommen und überzeugt mit einer Attitüde schlendernder Verlangsamung . Via Soundcloud kann man zur Gänze hineinhören! ulisseDiese Töne klingen angenehm dekadent, wunderbar künstlich und trotzdem warm und sinnlich. Synthies säuseln, Beats betören und der angedeutete Herzschmerz dieser Sachverständigen in Sachen guten Geschmacks ist eine Erfahrung, die man in Maßen sogar genießen kann. Besonders empfehlen kann ich den Titeltrack mit seinen tropischen und orientalischen Ingredienzen und vor allem dieser flirrenden Flöte! Bestens geeignet, wenn man in der fortschreitenden Dämmerung mit einem Cocktail auf der Bar-Terrasse sitzt und die Gedanken angenehm angetütert schweifen lässt!

(Foto: Guillaume Kayacan)

Nachtblaue Töne mit Mannequins On 7th Street

Um die Mitternachtsstunde kommen die bittersüßen Gedanken. Das kleine Lächeln über all die wunderbaren Dinge, die mit uns passiert sind. Die Sehnsucht nach dem unwiederbringlich Vergangenen. Die leise Trauer über die entscheidenden Sätze, die wir nicht gesagt haben. Von dieser Stimmung ist der feine Track „Midnight“ geprägt, den die Brüsseler Elektropopsters Mannequins On 7th Street neu veröffentlicht haben. Tim de Fontaine und Alexandre Lambrecht kommen ursprünglich aus Brüssel und sind jetzt, so weit ich das überblicke,nach London umgezogen. Monsieur Lambrecht ist unter dem Namen Halehan zudem solo als Singer-Songwriter unterwegs und klingt dabei wie der junge Teitur, was nicht die schlechteste Empfehlung ist. Der neue Track „Thunder Baby“ ist ein schönes Stück Befindlichkeits-Liedgut. Aber ich schweife ab! Denn alles fing damit an, dass Alexandre mir eine sehr nette, höfliche Mail schrieb und  mich auf Mannequins on 7th Street aufmerksam machte. Ohne marktschreierisches Promo-Gedöns. Das war schon mal ein guter Anfang! Aber auch die Musik des Duos überzeugt: Fein zurückgenommener, angenehm sehnsüchtiger und wunderbar grenzwertmelancholischer Elektropop. Ein Hauch The XX schwebt über diesen elegant nachtblauen Tönen. Wer nach Mitternacht noch Lust auf mehr hat, kann in die vor rund einem Jahr veröffentlichte EP „Superblue“ hereinhören und sich ganz dem sanften Seelenschmerz hingeben.

Die traurigen Tropen mit Dijf Sanders

Die Sehnsucht nach den Tropen. Kann man auch im viktorianischen Gewächshaus im Botanischen Garten pflegen! Wie eine Kurzrecherche ergibt, hat auch die flämische Metropole Gent eine wunderbaren Botanischen Garten an der Universität, gleich am Zitadellen-Park. Durchaus möglich, dass sich Dijf Sanders bei seinen Besuchen dort für sein neues Album „Moonlit Planetarium“ inspirieren ließ. Der eigenwillige Elektronik-Tüftler begibt sich hier auf den Pfad der bewussten Entschleunigung. Pflegt schrullige Sound-Ideen, die zwischen Exotica, Jazz, experimentellem Pop, Electronica und Filmmusik changieren. deifÜberraschungen lauern in diesem Gewächshaus hinter jeder grünen Ecke! Es blubbert, es knarzt und es zirbt. Da sind Tiere im Dschungel unterwegs! Das klingt geheimnisvoll, ist mitunter leicht mystisch angehaucht und bricht an den unerwarteten Stellen in eine stille Euphorie aus. Man lausche nur dem Titelstück! Zugegeben: Das klingt mitunter sperrig, aber zieht dann doch unerwartet in den Bann, wenn die Schlangenbeschwörer-Flöte auf Posaune und knorzigen Sprechgesang trifft. Und damit der erstaunlichen Entdeckungen noch nicht genug: Im tiefenentspannten, erzcoolen „Wakeboard“ wandelt Sanders plötzlich auf den Spuren der unvergessenen australischen Eurodisco-Weirdos Flash And The Pan. Nur um im geheimnisvollen „Donderdag“ seinen finnischen Brüdern im Geiste, den waldschratigen Paavoharju, die Hand zu reichen. „Moonlit Planetarium“, dem man zur Gänze auf Bandcamp lauschen kann, das ist ein Album so recht für einen verregneten, kalten Junisonntag wie diesen, an dem man die Gedanken beim Blick auf Wolkenungetüme vor dem Fenster wunderbar schweifen lassen kann.

Schlaflos mit Ansatz Der Maschine

Dass das Deutsche im Ausland als coole Sprache gilt – man staunt noch immer. Ansatz Der Maschine hat sich bereits vor über zehn Jahren für den deutschen Bandnamen entschieden, als noch nicht alle Welt unbedingt im Prenzlauer Berg leben musste, um als cool zu gelten. Das Projekt um den Bratschisten und Komponisten Mathijs Bertel aus Kortrijk pflegt einen sehr sinnlichen, organischen Ansatz im Elektronikop. Fast schon meditativ! Live steht man mit bis zu acht Ensemblemitgliedern auf der Bühne, darunter Klavier, Geige, Cello, Saxophon, Flügelhorn und Tuba. Sehr kammermusikalische also! AnsatzNach längerer Auszeit melden sich Ansatz der Maschine jetzt mit dem neuen Longplayer „Tattooed Body Blues“ zurück, einem angenehm zurückgenommnen, gelassenen Album. Das in warme Töne getaucht ist. Bertel konnte hochkarätige Sängerinnen und Sänger zu Gastauftritten überzeugen, darunter Inne Eyersermans von Amatorski und Nathalie Delcroix von Eriksson Delcroix. Wie schön, dass Belgien so klein ist und die Wege so kurz sind! Das Herz im Sturm erobert der Gastsänger Arne Leurentop auf dem federleichten „Insomnia“, einem zärtlichen und sanft melancholischen Track, der sich keineswegs hinter dem Schaffen von The Notwist verstecken muss. Wunderbares Stückchen Indiertronica! Leurentop, ansonsten mit seinem Soloprojekt And They Spoke in Anthems unterwegs, verleiht dieser kleinen Hymne an die Schlaflosigkeit eine bittersüße Tiefe. „Insomnia“ läuft bei mir schon den ganzen Tag auf Wiederholung!

Im Schatten der Sterne: Hydrogen Sea. Belgium Booms At Eurosonic!

Wie bringt man laut schwatzendes Kaffeehaus-Publikum dazu, still zu sein und aufmerksam zu lauschen? Und kaum zu wagen, den Teelöffel in der Tasse umzudrehen, um den Zucker einzurühren? Ganz einfach: Durch anmutige, fast schon schüchterne weibliche Vocals. Von einer Sängerin, deren Gesicht nur aus großen braunen Augen zu bestehen scheint. Birsen Uçar, die Stimme von Hydrogen Sea aus Brüssel, braucht an diesem Nachmittag in der Coffee Company in der Groninger Innenstadt nicht viel, um in den Bann zu ziehen: Sie erzählt kleine Geschichten, die so sanft schweben wie Herbstlaub, das dekorativ zu Boden sinkt. Beim Eurosonic Festival in der nordniederländischen Metropole Groningen finden erfreulicherweise kleine Nachmittagskonzerte im Plattenladen und eben im Kaffeehaus statt, wo man in improvisiertem Rahmen lauschen kann, dicht an dicht gedrängt. Birsen Uçar gibt an diesem hellen Wintertag die fast noch adolszente Chansonnière, die sich auf Reisen ins elektronische Wunderland macht. Für die Dynamik bei diesem Duo ist das Synthie-Zauberer PJ Seaux zuständig, der als sympathisch-manisches Rumpelstilzchen den elektronischen Gerätschaften aktiv ist, aber auch an der Gitarre eine gute Figur abgibt. Von diesem Mann geht eine Energie aus, die fast schon greifbar pulsiert! So entsteht ein charmanter Gegensatz zwischen Hyperaktivität und Verlangsamung. Und wunderbarerweise funktioniert diese Mischung live hervorragend! Hydrogen Sea müssen mit ihrem traumverlorenen, geheimnisvollen und eleganten Elektropop nicht markig auftrumpen, um nachhaltig Eindruck zu hinterlassen. Und sind im Übrigen eine dieser belgischen Bands, die über eine unbestreitbare Seelenverwandtschaft mit verscheurbeltem isländischem Elfenpop verfügen! Beim Track “Voyager” jedenfalls dürfte das ganze Café andachtsvoll die Luft angehalten haben!