Grenzen folkigpoppig überwinden mit Estbel

In Zeiten, in denen Abschottung und nationaler Egoismus als das neue Allmittel gefeiert werden, sollte man den Rücken durchstrecken und sich schleunigst von der irrigen Vorstellung verabschieden, dass man die Dinge viel besser alleine hinkriegt. Welch ein Unsinn, das man seine Nachbarn nicht braucht! Und man kann sich ganz besonders über Musiker wie Estbel freuen, die Landesgrenzen gemeinsam überwinden, statt dumme Mauern aufzubauen. Estbel, das sind, wie der Name schon nahelegt, vier Musiker aus Belgien und Estland. Die Stimmen der estnischen Sängerinnen Leana Vapper und Sänni Noormets vertragen sich bestens mit Akkordeon und Violine von Hartwin und Ward Dhoore. Und den estnischen Songtexten!

Estland und Belgien harmonieren bestens!

Estland und Belgien harmonieren bei Estbel

Baltische und flandrische Klänge halten hier Händchen, als hätten sie nie etwas anderes gemacht. Wo sich die Vier kennengelernt haben, wird in der kurzen Biografie leider nicht erwähnt, aber ich würde mal annehmen: Innerhalb der offenen Grenzen Europas! Mit Estbel geht es anmutig und flinken Fußes durch die skandinavischen Wälder und introspektive flandrische Gemütslandschaften. So hört sich empfindsamer Folkpop an! So weit ich das überblicke, haben Estbel kürzlich ihr Debütalbum „Saar“ herausgebracht und spielen im März auf der legendären Tallinn Music Week. Die Dhoore-Brüder sind in Belgien als akustische Folkband bekannt, die sich mit traditionellen Klängen ihrer Heimat beschäftigen. Die Estinnen sind mit ihren träumerischen Stimmen in der lebendigen Szene ihrer Heimat aktiv. Ausführlicher hereinhören in die Welt von Estbel kann man via Soundcloud, wo es nicht nur himmlische Harmonien zu entdecken gibt, sondern auch feine akustische Fidelklänge. Traditioneller Folk ist das mit Sicherheit nicht. Und dem feinen Song „St. P.“ kann man bestens zwischen Tag und Traum lauschen!

Foto: Kameleon Klips

Elfenhafter Kammerpop mit Annelies Monseré

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Filigrane Nachdenklichkeit mit Annelies Monseré.

In den hektischen Tagen vor dem Weihnachtsfest zur Ruhe kommen: Mit den kargen, reduzierten Tönen von Annelies Monseré geht das bestens! Die nachdenkliche junge Frau aus Gent ist keine Freundin von lautem, marktschreierischen Getue. Lieber versinkt sie im filigranen, folkaffinen Kammerpop, wo Piano und tastende Stimne eine sanft mysteriöse Stimmung erschaffen. Erst kürzlich hat Annelies ihr bereits drittes Album „Debris“ vorgelegt, dem man zur Gänze auf Bandcamp lauschen kann. Das sind filigrane Sounds für alle graublauen Dämmerstunden dieser Welt! Alle Erdenschwere fällt hier ab und wir finden uns in elfenhaften Welten wieder! Tracks wie das verlangsamte „Strangers“ wirken mit ihren Melodica-Klängen sogar leicht sakral und könnten Heiligabend gegen Mitternacht in der Kapelle am Waldrand gespielt werden, ohne dass dies aus dem Rahmen fiele! Annelies selbst beschreibt ihre grenzwert-isländischen Töne übrigens mit den Vokabeln „Folk Doomyballads Drones“, aber um hier das dräuende Unheil zu sehen, bedarf es einer lebhaften Phantasie. Eher sind es geheimnisvolle, meditative Klänge, die ihr Geheimnis so schnell nicht lüften wollen!

Bestens zu Heiligabend passt übrigens der choralaffine Track „All Things Are Quiet“ vom Vorgängeralbum „Nest“, zu dessen naiver Feierlichkeit sich die Dinge ganz wunderbar entschleunigen! Alles ist ruhig hier!

 

Händchenhalten mit Seed To Tree

Wenn du bloß meine Hand nehmen würdest! Dann könnte ich dich einfach fortbringen, irgendwohin, aber auf auf jeden Fall an einen Ort, wo es besser ist als hier! Seed To Tree haben die Hoffnung nicht aufgegeben, dass das Leben  noch schöner werden kann. Beim Start von Plan My Escape wurde versprochen, ab und zu einen Blick über die Landesgrenzen gen Luxemburg zu werfen. Wird hiermit eingelöst! Denn das Großherzogtum hat mit dem Rockhal im Örtchen Esch-Sur-Alzette nicht nur einen der besten Live-Clubs in Dreiländereck, sondern auch eine sehr lebendige Musikszene, über die man in Resteuropa nur wenig weiß. Seed To Tree, das Quintett um Sänger Georges Goerens, sieht sich unbedingt auf der Seite der emotionalen Verlierer. Aber begehrt trotzdem gegen die Tristesse auf und zieht mit großen Gefühlen in die Schlacht. Folkpoppig ist man gestartet, aber inzwischen sind rockige Gitarren hinzugekommen. Mit „The Wandering“ haben Seed To Tree im vergangenen Jahr ein feines, grundehrliches Album aufgenommen, das wunderbarerweise nicht groß auftrumpfen muss, um bei jedem Hören zu wachsen. Weniger ist manchmal mehr! Die luxemburgischen Fleet Foxes wollen wir nicht mehr sein!, scheinen Seed To Tree zu rufen. Wir schauen lieber mit offenen, klaren Augen auf den Alltag um uns herum und nehmen seismographisch auf, was sich an kleinen Dingen ändern könnte. Die Songs sind mit feinem Händchen arrangiert. Ein bisschen grenzwertmelancholisch, ein bisschen naiv und ein bisschen großäugig. Und wer schon immer wissen wollte, wie bescheidenes Pathos klingt, sollte den piano- und geigenverliebten Titeltrack hören. Ach ja, und das luxemburgische Englisch klingt allerliebst!

 

 

Die beiden Sirenen im Regen: Esther & Fatou

Die Schnitzeljagd hat auch bei Erwachsenen nichts an Faszination eingebüßt. Den Sägemehlspuren folgen und sich auf Abwege locken lassen. Suchen und finden: Das geht auch mitten in der Großstadt! Denn die umtriebigen Enthusiasten von Indies Keeping Secrets Brussels haben einen gesamten Sonntag für Abenteuer in der Musik an ungewöhnlichen Orten organisiert. Ein veritables kleines Festival auf die Beine gestellt, mit nicht weniger als vier Konzerten vom frühen Morgen bis zum fortgeschrittenen Abend. Und so kommt es, dass man um kurz nach neun auf dem Nieuwe Graanmarkt mitten in der Altstadt steht und darauf wartet, dass sich das erste Geheimnis erschließt. Es geht in ein verwinkeltes Mode-Atelier um die Ecke, mit einer knirschenden Holztreppe und verwunschen wirkenden, ausgebauten Dachboden mit riesigen Oberlichtern. Wo nicht nur frischer Kaffee und knusprige Croissants auf uns warten, sondern auch der US-Singer-Songwriter Brett Newski. Der mit seinen fein ironischen und gar nicht braven Songs den Tag erfreulich einläutet. Den Namen der nächsten Location gibt die charmante Silke immer am Ende des aktuellen Gigs bekannt. Und so kommt es, dass man an diesem Tag per Metro, Tram und Bus quer durch Brüssel unterwegs ist. Ein wunderbares Sommercafé im Elisabeth-Park kennenlernt: Die sympathische Bar Eliza. Sich danach unversehens mitten in einer stillgelegten Schwimmhalle an der Freien Universität Brüssel wiederfindet. Und zum krönenden Abschluss am Place Aneesens viele Stufen auf einen privaten Dachgarten hochklettert und einen melodramatischen Abendhimmel gratis zum Konzert präsentiert bekommt. Oh, und nicht zu vergessen die Künstler: Die belgischen Traumtänzer St. Grandson, den bärbeißigen neuseeländischen Barden Will Wood und die schönste Entdeckung von allen, die Musikerinnen Esther & Fatou. esther fatouDie beiden 23-jährigen  aus Leuven trotzen an diesem verhangenen Sonntag dem Regen im Park und überzeugen mit sanftpfötigem, sehr zärtlichen Folkpop. In diesem Genre besteht hohe Gefahr, trutschig und betulich zu wirken. Das sind die beiden Grazien aus der alten Universitätsstadt erfreulicherweise nicht: Sehr sinnlich, sehr warmherzig, mit angenehm naiven Charme präsentieren sie ihre leise melancholischen, kleinen Songs. Schwelgen in himmlichen Harmoniegesängen, so dass ihre schwedischen Schwestern von First Aid Kit glatt neidisch werden könnten. Ein Dackel und ein Windhund sind beide höchst daran interessiert, die beiden Sängerinnen an diesem Tag im Park zu erschnuppern. Diese Hunde beweisen Geschmack! Über vi.be kann man in das noch schmale Oeuvre von Esther & Fatou hineinhören. Und das schwarz-weiß-Video zum Track „Get Better“ ist ganz zauberhaft!

 

Feiern wir den Nachsommer mit Cabane!

In „Frühstück bei Tiffany“ gibt es diese wunderbare Szene, wo Holly Goligthly auf der Feuertreppe sitzt und zu sanften Gitarrenklängen das unvergessliche „Moon River“ singt. Im gleichnamigen Roman von Truman Capote kommt diese Szene natürlich viel anrührender daher. Weil es ein namenloser kleiner Countrysong ist, den Holly selbstvergessen trällert. Das Schöne an diesen reduzierten Bluegrass-Tönen ist, dass immer eine leise Traurigkeit mitschwingt. cabEiner, dem diese rauchblauen Gefühle bestens vertraut sind, ist Thomas Jean Henri, der neuerdings unter dem Künstlernamen Cabane antritt. Der Mann aus dem Brüsseler Stadtteil Schaerbeek hat zuvor als Projekt Soy Un Caballo auf sich aufmerksam gemacht und steuert sein Bötchen souverän durch die latent überfischten Americana-Gewässer. Monsieur Cabane ist ein Musiker, der mit guten Freunden gesegnet ist: Denn auf seiner Debütsingle „Wooden Home“, einer wunderbar grenzwert-melancholischen Preziose zwischen Folk, Pop und kleinem Chanson, hat er Bonnie Prince Billy alias Will Oldham und Kate Staples von This Is The Kit als Mitstreiter gewinnen können. Und die innigen Streicher-Arrangements stammen von keinem Geringeren als  Sean O’Hagan von den High Llamas. Der zärtliche, ruhige und trotzdem üppig arrangierte kleine Track hält die Fahne der Hoffnung hoch und passt genau in diese ersten Augusttage. In denen die Macht des Juli schon ein wenig gebrochen ist, es früher dunkel wird und wir uns auf die intensiv strahlenden Tage des Nachsommers freuen können. Ein wenig erinnern diese Töne an Mike Scott von den Waterboys. Nicht die schlechteste Empfehlung!

 

Dan San suchen ihr Sehnsuchtsland

Zur Ruhe kommen am letzten Tag vor Weihnachten. Das geht mit Blick auf den fast vollen Mond und mit den federleichten, sanft melancholischen Tönen von Dan San bestens. Nach ihrem Debütalbum im Jahr 2012 war es  länger still um die Indiefolksters aus Liège geworden. 2016 erscheint endlich der Zweitling, und mit der ersten Single “America” lassen die grüblerischen Sechs aus der wallonischen Metropole aufhorchen. Da sitzen sie vielleicht hoch oben auf der Zitadelle ihrer Stadt, schauen herunter auf Kathedralen und bröckelnde Stahlwerke und träumen von Amerika. Ein imaginiertes Sehnsuchtsland? “Amerika” ist jedenfalls eine kleine Hymne auf all die scheinbaren Verlierer, denen die Komplexität des modernen Lebens ganz gehörige Angst einjagt. Aber vielleicht scheut man ja nur die Einsicht, dass man zu faul ist, um die Person zu werden, die man wirklich sein will! Dazu will das putzmuntere Glockenspiel kaum passen, aber hey: es sorgt auf nonchalante Weise für feinen Seelentrost!  Das dazugehörige Video ist jedenfalls ein Mini-Roadmovie, in dem wir einem Mopedfahrer durch belgische, deutsche und schweizerische Hinterlande folgen, bis es nicht mehr weitergeht. Ach ja, und produziert wird das neue Dan-San Album übrigens von keinen Geringeren als Yann Arnaud , der unter anderem mit Air und Phoenix gearbeitet hat. Wer Dan San live erleben will und in der Schweiz wohnt: Sie spielen Ende Januar, Anfang Februar auf dem One Of A Million Festival in Baden, das übrigens mit jeder Menge belgischer Bands aufwartet: darunter auch mit den auf diesem Blog schon sehr gelobten Vuurwerk und Fùgù Mango.

Dalton Télégramme: Westernromantik im Chanson-Style!

Der Wilde Westen muss gleich hinter Liège liegen. Auf diese Idee könnte man glatt kommen, wenn man die vier kauzigen Kerle von Dalton Télégramme sieht, wie sie ihn ihren Trapperkappen vor einer Holzwand posieren, die prall mit Jagdtrophäen bestückt ist. dtAber bloß keine vorschnellen Schlüsse aus dieser Inszensierung ziehen: Denn das Quartett ist durchaus feinsinnig, sehr ironisch und vor allem: Experimentiert gekonnt mit einem ungewöhnlichen Stilmix! Als “Western Folk Chanson Française” charakterisiert man die eigene musikalische Orientierung und bringt die Dinge damit sehr gut auf den Punkt. Das sich Western-Banjo und Montmarte-Gassenhauer bestens vertragen war mir bislang unbekannt! Zwei EPs haben die Vier bislang vorgelegt. Via Soundcloud kann man an verhangenen Oktobertagen bestens in “La Planque” hereinhören und sich an einem feinen Mix aus Melancholie und Lebenslust erfreuen.

Dass sie ihre musikalischen Wurzeln im Chanson bestens kennen, beweisen Dalton Télégramme jetzt mit einem wunderbaren Cover des Francopop-Klassikers “Manureva”, zu dem kein Geringerer als Altmeister Serge Gainsbourg den Text beisteuerte.  Die Musik stammt von Alain Chamfort. Der Track um die Tragik eines in der Südsee verschollenen Bötchens war im Jahr 1979 ein Hit in Frankreich, der es leider nicht ostwärts über den Rhein geschafft zu uns geschafft hat. Schade, denn filigrane Sehnsucht und verhaltene Traurigkeit halten sich hier wunderbar die Waage. Auch als Filmmusik würde sich der Song bestens eignen. Für das Cover haben sich Dalton Télégramme die Sängerin Mary Pack von Mary & The Poppins eingeladen und ein sehr eigenwilliges Video dazu gedreht. Allein das Arrangement von Percussion via Pappbecher lohnt das Anschauen! An dieser gelungenen Inszensierung mit geringsten Mitteln müssen die Vier lange geübt haben! Westernromantik und Amélie-Welt halten hier überraschenderweise Händchen. Zaubern ein Lächeln ins Gesicht. Und machen ein ganz klein wenig traurig. Und dazu diese sentimentale Trompete! Das Debütalbum von Dalton Télégramme soll Anfang 2016 erscheinen. Sehr schön!

(Foto: Martin Mailleux).

Vögel beobachten mit Imaginary Family

Ein kleines Liedchen, das man vor sich hinsummen könnte, wenn der Weg nach Hause in der Dämmerung durch ein Waldstück führt. Ein harmloser Vorgang, eigentlich. Joanna Isselé, eine Sängerin aus den französischen Alpen, die es seit längerer Zeit in die wirklich coole flämische Universitätsstadt Gent verschlagen hat, benötigt nur ihre Gitarre und ihre scheinbar naive Mädchenstimme, um reduzierte Geschichten zu erzählen. Die sich erst auf den dritten Blick als hintergründig erweisen. Sie tritt unter dem Künstlernamen Imaginary Family an und könnte eine dieser derzeit wie Löwenzahn wuchernden Folkpop-Klampfenliesen sein, wenn sie nicht diese Geneigtheit für leise beunruhigende Töne hätte. Vielleicht mag es daran liegen, dass sie als Linkshänderin die Gitarre seitenverkehrt spielt! Aus dem unverfänglichen Vorgang der Vogelbeobachtung entstehen plötzlich Geschehnisse, die man so gar nicht mehr unter Kontrolle hat. Und plötzlich wankt der Boden unter den Füßen, und nichts bleibt mehr, wie es war! Vom Video zum Song bin ich auch deswegen begeistert, weil es Geduld lehrt – eine Tugend, die heutzutage auszusterben droht. Wer hier nicht mindestens bis Minute Drei durchhält, verpasst etwas!

Ein Abgesang auf den Sommer mit den Fastlane Candies

Der Sommer ist mit Macht zurück. An die 40 Grad sollen es werden am Freitag. Aber ein wenig unbemerkt ist der Sommer bereits am Kippen. Man merkt es an den intensiv leuchtenden Farben, dass bereits eine winzige Vorahnung von Herbst in der Luft liegt. teleUnd es wird schon früher dunkel. Diese Stimmung zwischen munterer Lässigkeit und der leisesten Ahnung von Abschiednehmen haben die Fastlane Candies aus Liège in ihrem Song “Summertime´s Away” ganz wunderbar eingefangen. Der Track findet sich auf dem Debütalbum des Quintetts aus der wallonischen Metropole, das den schönen Namen “Telenovelas” trägt und und gekonnt in Stimmungsschwankungen schwelgt. Ureigentlich spielen sie unberechenbaren, ganz leicht angefolkten Indiepop irgendwo zwischen Violent Femmes und, hüstel, Franz Ferdinand (die nasale Stimme des Sängers bringt mich unweigerlich auf diesen Vergleich!) und dem heldenhaften Verlierertum von Belle And Sebastian. Die Fastlane Candies sind aber viel zu schlunzig, um noch irgendwann zu schottischen Dandies zu werden. Sie kommen lieber in gänzlich unmodischen Pullovern und viel zu weiten Jeans daher. Was sie nicht davon abhält,  auf Facebook “Couture, englische analytische Philosophie aus dem 18. Jahrhundert, das Gebet und die Kompatibilität” als ihre Hautptinteressensgebiete anzugegeben. Da wird Herr Zuckerberg aber ins Nachdenken kommen! Das Reinhören in das Album via Bandcamp wird ungeschränkt empfohlen, weil diese Jungs so schön lakonisch und putzmunter zugleich sind. Und einen schönen Sinn für die Absurditäten des Alltags haben!

Hymnische Töne mit den Kings Of Edelgran

Einfach mal so in Richtung lichtblaue Himmel abheben! Mit den Kings Of Edelgran ist es ganz leicht, die Flügel weit auszubreiten! Jérome Caudron und Josias Delcourt sind zwei Schwärmer aus dem Örtchen Tubize in Wallonisch-Brabant in der westlichsten Landesecke Belgiens. Die ihre ganz eigene Nische zwischen Folk-, Elfen- und Indierock besetzen. Und es dabei fertigbringen, auf federleicht hymnisch zu klingen. edelBeeinflussen lässt man sich von nordischer Natur (diese Jungs müssen einfach schon auf Island gewesen sein!) und von offenen, wilden Landschaften. Klingt romantisch? Ist romantisch, auf eine herbe Art. Ach ja, und “Edelgran” heißt Tanne auf Norwegisch. Nichts da Edelweiß!

Symphonisch. Sakral. Kammerpoppig. Balladig. Auf epische Weise nachdenklich. Mit kleinen Gefühlen halten sich die Kings Of Edelgran erst gar nicht auf. Bei himmlischen Harmoniegesängen sind sie so recht in ihrem Element. Doch um das Erschaffen von esoterisch angehauchten Heilewelt-Szenarien geht es dem Duo sicherlich nicht. Vielmehr sind die beiden Bartträger offenkundig auf der Suche nach der blauen Blume, dem unerreichbaren Ziel ihres Sehnens. Da wird einem mitunter wund ums Herz! Die Kings Of Edelgran haben kürzlich ihre EP “Volcano” vorgelegt, die bei aller Schwärmerei auch einen feinen Ernst pflegt. Besonders das ausufernde Titelstück gefällt ausnehmend gut! Damit lässt es sich doch bestens in den belgischen Nationalfeiertag morgen hineinträumen!