Elegant minimalistische Töne mit WWWater

Humbling power, sacred shower mit WWWater

Humbling power, sacred shower mit WWWater

Alles fließt! Charlotte Adigéry liebt die geschmeidige, sanfte und kraftvolle Bewegung des Wassers. „Humbling power, sacred shower“, so beschreibt die Musikerin aus Gent ihr Soloprojekt WWWater. Bislang ist die Frau mit der kristallwasserklaren Stimme in Belgien vor allem als Background-Sängerin ihrer Landsleute Soulwax aufgefallen. Jetzt geht sie eigene Wege mit WWWater: Bewusst reduziert, elegant minimalistisch, angenehm zurückgenommen. Im Herbst soll eine erste EP erscheinen. Charlotte hat die Tracks zum großen Teil im Do-It-Yourself-Verfahren eingespielt. Klingt aber sehr geschmeidig und so gar nicht holperig lo-fi-mäßig, was die Frau aus der flämischen Metropole hier vorlegt! Einer der ersten EP-Vorboten ist der feine Song „Pink Letters“, in dem es zwar um eine Trennung geht, der aber keineswegs in Traurigkeit ertrinkt: Denn Charlotte Adigéry bewältigt den Schmerz auf ihre Weise, in dem sie mit dem dicken pinken Marker in ihr Tagebuch schreibt und somit einen deutlichen Kontrapunkt zu den tiefschwarzen Passagen setzt. Viel braucht die Musikerin nicht, um maximalen Effekt zu erzielen: Ihre Stimme und einen percussionlastigen Beat, der eine subtile Spannung aufbaut, aber nie aufdringlich wirkt. Dieser Beat würde sich auch als Filmmusik in einem gehobenen Gangsterfilm gut machen! Elektropop, bisschen R´n´B und intelligente 6oies-Anklänge fließen hier harmonisch zusammen. Charlotte Adigéry hat zwar noch keinen Plattenvertrag, aber tritt in diesem Sommer bereits bei den belgischen Sommerfestivals. Und macht neugierig auf mehr!

Foto: Dinaya Waeyaert

 

 

Ein Hoch auf die männliche Diva mit Faces On TV

Männliche Diven stehen fälschlicherweise unter dem Generalverdacht, unverbesserliche Zicken zu sein. Aber nein, aber nein! Denn zum Diva-Tum gehören zwingend ein leiser Lebensüberdruss, eine Lust am gehobenen Müßiggang und nonchalante Spielereien mit Nichtigkeiten. So zu tun, als gingen einem die Dinge überhaupt nichts an, weil man das Leben sowieso am besten auf dem Divan ruhend goutiert: Eine hohe Kunst, das! Jasper Maekelberg ist unbestritten eine männliche Diva, die sich im Werden befindet. Makelberg, die treibende Kraft hinte Faces On TV, zelebriert auf den ersten Veröffentlichungen seiner Band eine unterkühlte Form der Schwüle. Deutet lieber an. Dick auftragen ist seine Sache nicht. Lieber pflegt der Musiker aus Gent leise 60ies-Anklänge und intoniert in schleppendem Falsett-Gesang elaboriert-edle Klanglandschaften, die ihr Geheimnis zu wahren wissen. Die Single „Run Against The Stream“ ist jedenfalls hohe Cool-Kunst.