Oh Mary, seufzt Ostyn

Heute beginnt in der Nähe von Hasselt das Pukkelpop-Festival und damit einer der Höhepunkte im belgischen Festivalkalender. Und dort tritt auch ein Herr auf, der sich mit seiner Band Absynthe Minded auch außerhalb des kleinen Heimatlandes mit einer rauhen, direkten Mélange aus Rock, Vaudeville, und schnoddrig Angefolktem viele Meriten erworben hat. Bert Ostyn, Sänger und Gitarrist der Haudegen aus Gent, legt mit dem Hauptprojekt nach elf Jahren eine wohlverdiente Ruhepause in und wandel aktuell  auf Solopfaden. Und zeigt, wenn wundert´s, eine völlig neue Seite. Schnuppert souverän in Richtung schwärmerisch-nachdenklichen Synthpop. Und erkundet die düstere Seite des Liebeslebens, unter Mithilfe treibender, süchtig machender Beats. Tracks wie das heftig aufblühende, düsterballadige „Mary“ suhlen sich in kühlem Herzsschmerz, der erst spät in Leidenschaft umschlägt.  Üben sich in Nachdenklichkeit und Seelenerkundung. Sind trotzig traurig. Es sind Songs für die sehr späten Nachtstunden, wenn die üblichen Ausreden nicht mehr ziehen. Das Solo-Debüt von Ostyn ist für Anfang kommenden Jahres angekündigt und lässt jetzt schon aufhorchen.