Schuld war nur der Bossa Nova: Lomboy

Llasziver tropischer Charme mit Lomboy

Llasziver tropischer Charme mit Lomboy

Nach dem überragenden Abschneiden von Blanche als Vertreterin Belgiens beim Eurovision Song Contest, die mit Altstimme und elegant verlangsamter Melancholie im Elektropop-Stil punktete, brauchen wir jetzt ein kleines Kontrastprogramm mit südlich flirrenden Tönen: Vorhang auf für den coolen Bossa-Nova-Pop von Lomboy! Cha-Cha–Cha, so steppen unsere Füße fast von selbst, wenn wir diesen angenehm tropischen Klängen lauschen und schwerelos in Richtung 60er abheben.

Gut vorstellbar, dass Ursula Andress dazu im weißen Bikini aus den Wellen steigt! Oder Elvis Presley sich an Strand von Hawaii räkelt! Lomboy ist das Projekt einer jungen Dame aus Brüssel namens Tanja, die mit Informationen zu ihrer Vita geizt (kluge Frauen wahren ihre kleinen Geheimnisse!) und kürzlich ihre erste EP „South Pacific“ herausgebracht hat, in die man via Bandcamp entspannt hereinhören kann. Passt bestens als Soundtrack für die ersten warmen Maitage auf der Veranda, am besten mit einem pastellfarbigen Cocktail in der Hand! Mademoiselle Lomboy flirtet mit dem unterkühlten brasilianischen Jazz von Astrud Gilberto und dem Lolita-Charme von Vanessa Paradis. Das muss man erstmal peinlichkeitsfrei hinbekommen! Der Titeltrack ist ein souveränes Stückchen Retropop, das gekommt mit dem Kitsch kokettiert, ohne dabei ins Übertriebene abzugleiten. Synthies säuseln,  Chöre schmeicheln und die Surfgitarre girrt lockend. Der  Südpazifik ist  in der Lomboy-Version ein verheißungsvoll glitzerndes Gewässer. Im minimal melancholischen „Same Way“ geht es zwar um unerwiderte Liebe, aber Herzen müssen deshalb nicht brechen. Lieber nimmt uns Lomboy mit auf einen halbironischen Kurzurlaub, wo die Electronics auch mal Schabernack treiben dürfen. Du liebest mich nicht so, wie ich das möchte? Passiert! Schwimme ich eben entspannt zum nächsten tropischen Eiland!