Le Colisée: Ach, die vertrackten, eleganten Gefühle!

Vertrackte Gefühle leichtfüßig daherkommen zu lassen: ganz schön schwierig. Le Colisée aus Louvain La Neuve  liebt zarte, flüchtige Impressionen, mit entspannter Hand dahingeworfene Skizzen. Momentaufnahmen von großer Leuchtkraft. Irgendwo angesiedelt zwischen Chanson, Afrobeat, Schlafzimmerpop und schlauer Nachdenkerei. David Nzeyimana braucht nicht viel, um uns in traumwandlerische Gefühlswelten zu versetzen: Stimme, Gitarre und Loop Station. Damit driften wir mit dem Anfangszwanziger ab in Welten, in denen sich die Dinge dezidiert nicht fassen lassen und man lieber tagträumt denn faktentreu agiert. Le Colisée postitioniert sich selbstbewusst als Wandler zwischen den Stilen. Macht eine leichte Schrulligkeit unbedingt tanzbar. Man weiß nicht recht, wie einem geschieht, aber diese sanft-komplexen, gleichwohl eleganten Soundspielereien ziehen uns mit hoher Zärtlichkeit in ihren Bann. La Coliseée zeigt nebenbei noch ganz unaufällig, dass romantische Emotionen durchaus Elemente latenter Aufmüpfigkeit beinhalten können. Denn sicher ist in diesen pusteblumengleich dahingleitenden, aber unauffällig präzisen Songs gar nichts! Le Colisée hat bislang eine EP vorgelegt und arbeitet aktuell an seinem Debütalbum. Bruxelles Ma Belle hat den jungen Musiker im famosen Musée Antoine Wiertz in Brüssel ganz wunderbar in Szene gesetzt!

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